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Olympia 2016
Reiter stellen sich dem Druck in Rio

Warendorf. Vor dem Sitz des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) haben sie ihr ein Denkmal gesetzt: Hans Günter Winklers Wunderstute "Halla", mit der die Reitlegende 1956 und 1960 insgesamt dreimal Olympiagold holte. Von Stefan Klüttermann

Die Skulptur taugt zum Symbol für jahrzehntelange deutsche Reiterfolge bei Sommerspielen. Erfolge, die für die Öffentlichkeit Medaillen zur Selbstverständlichkeit haben werden lassen. Und genau mit dieser Erwartungshaltung sehen sich die deutschen Reiter auch knapp vier Monate vor Rio konfrontiert.

"Fakt ist, die Reiterei hat in der Historie immer Medaillen beigesteuert. Das wollen wir auch in Rio. Es sind aber die Zeiten vorbei, in denen wir ein Abo auf Gold hatten", sagt DOKR-Geschäftsführer Dennis Peiler. Die Weltspitze ist zusammengerückt, im Springen, in der Dressur und in der Vielseitigkeit. Das werden sie in Warendorf nicht müde zu betonen. Der Druck bleibt dennoch. Der Druck, Edelmetall holen zu müssen. "Drei bis fünf Medaillen" sollen es nach offizieller Sprachregelung im August in Brasilien sein.

Die meisten davon dürften nach der Prognose auf das Konto der Vielseitigkeitsreiter um Michael Jung gehen, die in den vergangenen Jahren alles gewonnen haben, zuletzt zweimal olympisches Gold im Einzel und mit der Mannschaft. "Druck ist doch gut. Wir fahren ja auch nicht nach Rio, um zu gucken, was geht. Wir wollen unsere Serie schon fortsetzen", sagt Bundestrainer Hans Melzer selbstbewusst.

Druck spüren auch die Dressurreiter. Sie waren 2012 in London erstmals seit 60 Jahren ohne Einzelmedaille geblieben und hatten erstmals seit 1976 kein Mannschaftsgold geholt. In Rio de Janeiro wollen die Weltranglistenerste Kristina Bröring-Sprehe, Altmeisterin Isabell Werth und Co. nun zurück nach ganz oben, daran lässt auch Bundestrainerin Monica Theodorescu keinen Zweifel: "Die Erwartungshaltung ist nicht zu hoch. Ich kenne sie so seit jeher. Wir wollen Gold mit der Mannschaft und auch im Einzel Medaillen holen", sagt sie.

Und die Springreiter? Bei denen hofft Ludger Beerbaum auf seine siebten Olympischen Spiele. Bundestrainer Otto Becker hofft derweil "auf eine Mannschaftsmedaille. Das ist das Ziel. Edelmetall im Einzel wäre das i-Tüpfelchen." Doch gerade im Springen ist die Leistungsdichte in der Spitze extrem gewachsen, können "heute acht bis zehn Nationen um die Medaillen mitspringen", wie Geschäftsführer Peiler sagt.

Quelle: RP
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