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Olympia 2016
Hallo Rugby! Schön, dass du wieder da bist!

Olympia 2016: Schön, dass Rugby wieder da ist!
Nach 92 Jahren wurde das Siebener-Rugby wieder ins Olympische Programm aufgenommen. FOTO: afp
Meinung | Rio de Janeiro. Rugby ist also zurück bei Olympia. Nach 92 Jahren Pause. Als Siebener-Variante. Und nach den ersten Eindrücken lässt sich sagen: Hallo Rugby! Schön, dass du wieder da bist! Von Stefan Klüttermann

Die Sportart bringt alles mit, was es braucht, um nicht als Ein-Spiele-Fliege wieder aus dem Programm zu fliegen. Sie bringt alles mit, um stattdessen eine Erfolgsgeschichte zu schreiben, wie sie Beachvolleyball seit 1992 geschrieben hat. Mit Action, Unterhaltung, Kurzweil und Begeisterungsfähigkeit.

Siebener-Rugby hat Tempo – zwei mal sieben Minuten Spieldauer, sieben Feldspieler pro Team, kein Abtasten, nur Vorwärtsgang, viele Punkte, viel Einsatz, viel Körperkontakt, quick and dirty statt ein Fest für Taktikliebhaber. Das entspricht dem Zeitgeist, das entspricht unserem Lebensstil. Das entspricht unserer Mediennutzung. Das funktioniert.

Es funktioniert aber auch deswegen wieder als Olympia-Sportart, weil es eben eine kreative, schnelle Variante des großen Rugbys ist mit 15 Spielern pro Team und zweimal 40 Minuten Spielzeit. Selbst wenn es Siebener-Rugby schon seit 1883 gibt, trägt es genauso den Weiterentwicklungs-Charakter eines ursprünglichen Sports in sich wie Beachvolleyball. Beide reduzieren den Sport auf seinen Kern, ohne den Kern zu verraten. Es gelten (fast) dieselben Grundregeln, nur das Brimborium wurde abgekratzt.

Gedanken um eine Steigerung der Attraktivität machen sich viele Sportarten. Tischtennis hat so erst vor ein paar Tagen eine Variation seiner selbst ins Leben gerufen. TTX heißt sie, wurde hier in Rio vorgestellt und soll vor allem junge Leute für den Sport begeistern. Die Schläger sind einfacher gestaltet, der Ball ist größer und schwerer und so auch für Spiele unter freiem Himmel geeignet. Jeder Satz dauert nur zwei Minuten, bei Gleichstand entscheidet dann der nächste Punkt. Gewonnen hat, wer im Modus "best of three" zuerst zwei gewinnt.

Unterm Strich gilt: Gute Reformen gefährden eine Sportart nicht, sie bringen sie letztlich weiter. So, wie es Rugby 2016 zurück zu Olympia gebracht hat.

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