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Olympia 2016
Sieben russische Schwimmer ausgeschlossen

Olympia 2016: Sieben russische Schwimmer ausgeschlossen
Julija Jefimowa will vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS gegen den Olympia-Ausschluss klagen. FOTO: dpa, nas cb mr gfh
Schneller als sonst üblich reagiert der Weltschwimmverband auf die IOC-Entscheidung: Sieben russische Schwimmer dürfen nicht bei Olympia in Rio starten. Die bekannteste von ihnen will vor dem CAS klagen.

Sieben russischen Schwimmern bleibt nach einer Entscheidung des Weltverbandes FINA die Olympia-Teilnahme in Rio verwehrt. Zu den vier von Russland bereits zurückgezogenen Schwimmern, unter ihnen Weltmeisterin Julija Jefimowa, kommen drei Athleten, die im McLaren-Report der Welt-Anti-Doping-Agentur genannt werden. Unter ihnen ist Nikita Lobinzew, einer von Paul Biedermanns Konkurrenten über 200 Meter Freistil. Auch Wladimir Morosow darf nicht starten, teilte die FINA am Montag mit. Beide Schwimmer gewannen 2012 mit der russischen 4 x 100 Meter Freistil-Staffel Olympia-Bronze.

Zudem zog das russische Olympia-Komitee ROC vier Nominierte zurück, darunter die London-Olympiadritte Julija Efimowa, die bereits einmal wegen Dopings gesperrt war und damit die IOC-Kriterien nicht erfüllt.

Auch Junioren-Weltrekordlerin Daria Ustinowa wird in Rio fehlen. Zugleich betonte die FINA, dass es keine Hinweise auf Doping im Synchronschwimmen, Wasserspringen oder Wasserball gebe. Gleichwohl würden alle Dopingproben russischer Teilnehmer der WM 2015 in Kasan noch einmal nachgetestet.

Schwimm-Bundestrainer Henning Lambertz war mit den FINA-Maßnahmen größtenteils einverstanden. "Wir akzeptieren die Entscheidung, und es ist gut, dass all diejenigen, die schon einmal aufgefallen sind, bei den Olympischen Spielen nicht starten dürfen. Auch befürworten wir es, dass einige andere Athleten unter strenger Beobachtung stehen", sagte Lambertz am Montag: "Wichtig ist aber, dass auch weiterhin alle Anstrengungen unternommen werden, um die Schwarzen Schafe herauszufiltern, damit der Sport seine Glaubwürdigkeit gegenüber den Zuschauern nicht verliert."

Jefimowa wolle vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS gegen den Olympia-Ausschluss klagen, sagte Nationaltrainer Sergej Kolmogorow der Agentur Tass. Morosow und Lobinzew hätten niemals gegen die Anti-Doping-Vorschriften verstoßen, betonte er. Wann und wo das Trio positiv getestet worden sei, ließ die FINA offen.

Auch Efimowas Berater kündigte den Gang vor den internationalen Sportgerichtshof an. "Wir haben beschlossen, vor den CAS zu ziehen. Unsere Gegner werden dort das IOC, die FINA und das russische Olympia-Komitee sein", sagte Andrej Mitkow der Agentur R-Sport.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte am Sonntag keinen kompletten Ausschluss Russlands von den Spielen beschlossen, sondern strikte Auflagen für einen Start russischer Sportler in Rio. Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hatte in einem Report zuvor staatlich angeordnetes systematisches Doping in Russland festgestellt.

Die FINA stand wegen des Umgangs mit dem Themenkomplex Doping und Russland in der Vergangenheit oft in der Kritik. Streng genommen war Kasan als WM-Gastgeber 2015 wegen zu vieler Dopingfälle russischer Sportler auf der Kippe. Zuvor war Russlands Präsident Wladimir Putin mit dem höchsten Orden des Weltverbandes geehrt worden.

Der Umgang mit dem Fall der Brustschwimmerin Jefimowa verwunderte. Sie konnte bei der Heim-WM in Kasan starten, da sie nur eine 16-monatige anstelle der sonst üblichen zweijährigen Dopingsperre erhielt. Nach einem positiven Meldonium-Befund wurde die Weltmeisterin zu Jahresbeginn suspendiert, dann nach einer Änderung der Meldonium-Grenzwerte zunächst das Olympia-Startrecht erteilt.

(dpa)
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