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Jamaikaner gewinnt Gold über 100 Meter
Sprint-König Bolt läuft wieder allen davon

Olympia 2016: Usain Bolt gewinnt erneut Gold beim 100m Finale
FOTO: dpa, mr
Rio de Janeiro. Usain Bolt ist einfach nicht zu schlagen. Der jamaikanische Sprint-Star hat bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro zum dritten Mal in Folge Gold über 100 Meter gewonnen und das Duell gegen seinen Dauerrivalen Justin Gatlin klar gewonnen.

Usain Bolt klopfte sich kurz mit der rechten Faust auf die rechte Brust, als er über die Ziellinie lief. Er wusste, was er tat, er war sich seiner Sache sicher. Dass er bald Gold in den Händen halten würde, hatte er da schon auf der Videotafel gesehen, auf die er während seines historischen Sprints zum dritten Olympiasieg in Serie über die 100 Meter blinzelte – zumindest auf den letzten 20 Metern, als nichts mehr schief gehen konnte, blickte er immer wieder nach links oben. Bis dahin hatte er dann doch ein bisschen kämpfen müssen.

Bolt zeigt typische Jubelpose und feiert mit Maskottchen FOTO: afp

"Es war brillant. Ich war nicht so schnell, aber ich bin so glücklich, dass ich gewonnen habe. Ich habe ja gesagt, dass ich es schaffen werde", sagte Bolt: "Jemand hat gesagt, ich kann unsterblich werden. Ich brauche noch zwei Goldmedaillen, dann kann ich's unterschreiben: Unsterblich!"

Trotz des recht engen Rennens: Am Ende aber war es wie immer - Bolt gewann. Der schier unantastbare Jamaikaner rannte nach einer Aufholjagd ab etwa 50 Metern unter dem Jubel der Zuschauer in 9,81 Sekunden vor Justin Gatlin aus den USA (9,89) und Andre De Grasse (9,91) zu Gold und setzte seine Ehrfurcht erregende Siegesserie über 100 m bei Olympia fort. Der 29-Jährige ist der erste Sprinter, der bei Sommerspielen dreimal nacheinander auf der Königsstrecke triumphierte.

Twitter-Reaktionen zu Bolts Sieg über 100 Meter

Bolt ließ sich feiern, auch wenn es dann doch ein wenig von "business as usual" hatte, kein Wunder angesichts des Hauchs von Unbesiegbarkeit, der ihn umweht. Noch nie hat der nunmehr siebenmalige Olympiasieger ein großes Finale über die kurze Sprinstrecke im direkten Duell verloren, bei der WM 2011 in Daegu war er nach einem Fehlstart disqualifiziert worden.

Im Olympiastadion von Rio dann das übliche Prozedere: Bolt kniete auf der Bahn und bekreuzigte sich, es gab Selfies mit den Siebenkämpferinnen, die gerade von ihrer Siegerehrung kamen, eine Umarmung mit Wayde van Niekerk (Südafrika), der kurz zuvor in 43,03 Sekunden einen Fabelweltrekord über 400 m aufgestellt hatte. Und es gab erste kleine Feierlichkeiten mit den Zuschauern, die ihn begeistert feierten: "Usain Bolt! Usain Bolt! Usain Bolt!", hallte es durchs Stadion.

Es war von Beginn an die große Bolt-Show. Als er die Arenba betrat, breitete der Jamaikaner siegessicher seine Arme aus. Das Publikum feierte ihn schon da frenetisch - und buhte den mehrfach des Dopings überführten Rivalen Gatlin gnadenlos aus. Noch hinter dem Startblock zwinkerte und schmunzelte Bolt, er spielte geradezu mit der Kamera. Keine fünf Minuten nach dem Zieldurchlauf ließ er bereits einen Tweet absetzen: "Jamaica Stand Up!!! This for you my people" (Erhebe Dich Jamaika. Dies ist für Euch, mein Volk).

Bolt will der "Größte" sein

Einen Tag nach dem Triumph seiner Landsfrau Elaine Thompson machte Bolt zudem den nächsten Schritt zur absoluten Legende seines Sports. "Ich will für die Leichtathletik das sein, was Muhammad Ali fürs Boxen ist. Der Größte", hatte der Mann aus dem Dörfchen Trelawny vor dem Sprint-Spektakel gesagt.

Bolt krönt sich erneut zum König der Sprinter FOTO: afp

Am Zuckerhut peilt Bolt sein persönliches Triple-Triple an: Den dritten Gold-Hattrick über 100 m, 200 m und 4x100 m nach 2008 und 2012. Nach der Karriere sollen die Menschen "mit Ehrfurcht von mir sprechen", meinte er.

Eigentlich schien Bolt in diesem Jahr schlagbar zu sein, der Körper machte dem Schlaks wieder einmal zu schaffen. Die jamaikanischen Trials musste er wegen einer Muskelverletzung abbrechen, Bolt kam zunächst überhaupt nicht in die Gänge. Doch dann meldete er sich nach einem Besuch bei seinem Lieblingsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt zurück. In London rannte er Ende Juli dann 19,89 Sekunden über 200 m und deutete seine ansteigende Form an. Schon im Halbfinale (9,86) hatte er dann den stärksten Eindruck hinterlassen.

Wie Bolt dürften sich auch IOC-Boss Thomas Bach und IAAF-Präsident Sebastian Coe über den Sieg des strahlendsten Gesichts der Leichtathletik gefreut haben. Ein 100-m-Olympiasieger Gatlin wäre der Welt nach den jüngsten Doping-Enthüllungen schlicht nicht vermittelbar gewesen. Schließlich gilt der Bad Boy nach zwei Dopingsperren als umstrittenster Läufer seit Ben Johnson. "Ich weiß, dass die Leichtathletik meine Siege in Rio de Janeiro braucht, ich muss wieder der Beste sein", hatte Bolt gesagt.

(seeg/sid)
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