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Olympia
Vorwürfe zu Anti-Doping-Versäumnissen in Rio

Olympia 2016: Vorwürfe zu Anti-Doping-Versäumnissen in Rio
Offenbar wurden zahlreiche Olympia-Athleten 2016 gar nicht getestet. FOTO: dpa, nic hak
Düsseldorf/Rio. Auch knapp zwei Monate nach Ende der Olympischen Spiele von Rio reißen die Negativmeldungen nicht ab. Es geht um versäumte Dopingtests, unbezahlte Rechnungen und tödlich verunglückte Bauarbeiter. Von Stefan Klüttermann

Versäumte Doping-Tests Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) hat einen Bericht unabhängiger Beobachter veröffentlicht, aus dem hervorgeht, dass mehr als 4000 von gut 11.000 Athleten, die in Rio am Start waren, 2016 keinem Dopingtest unterzogen worden waren. Die Hälfte dieser Athleten zählt der Bericht dabei zu Sportarten, die als besonders anfällig für Dopingmissbrauch gelten. Zudem kritisiert er eine Mangel an entsprechend geschultem Personal für die Durchführung der Dopingtests während der Spiele, so dass nur 50 Prozent der geplanten Tests überhaupt hätten durchgeführt werden können.

Offene Rechnungen Arbeiter, Firmen und Dienstleister warten derweil weiter auf ihre Bezahlung durch das Organisationskomitee (OK). Wie das Branchenportal "insidethegames" berichtet, blieben dafür vorgesehene Mittel so lange eingefroren, bis das OK Gelder von der öffentlichen Hand, dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und von Sponsoren erhalten hat. Das soll bis Dezember passieren, so dass das OK davon ausgeht, 95 Prozent der ausstehenden Rechnungen bis Jahresende bezahlen zu können. Hintergrund der Zahlungsschwierigkeiten ist offenbar ein monatelanger Bankenstreik in Brasilien.

Während das OK von Problemen spricht, wie sie andere Gastgeber zuvor schon in ähnlicher Form hatten, berichten betroffene Firmen, sie hätten schon bei mehreren Spielen gearbeitet und so etwas noch nie erlebt. So hält sich dann auch hartnäckig das Gerücht, Rio 2016 werde am Ende die Hälfte der Rechnungen unbezahlt lassen müssen, weil dem OK die Insolvenz drohe. Schon vor Beginn der Spiele hatte der Bundesstaat Rio den finanziellen Notstand ausrufen müssen, erst eine Finanzspritze in Höhe von umgerechnet 740 Millionen Euro vom Bund retteten Olympia am Zuckerhut.

Todesfälle Auch beim Rückbau von Sportstätten gab es schlechte Neuigkeiten: So starb Anfang Oktober ein Arbeiter am Olympiazentrum durch einen Stromschlag, einem anderen Arbeiter musste nach einem Unfall beim Rückbau des Beachvolleyballstadions an der Copacabana ein Beim amputiert werden. Zwischen Januar 2013 und Mai 2016 waren bereits elf Menschen bei Arbeiten an olympischen Baustellen ums Leben gekommen.

Quelle: RP
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