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Olympia 2016
Zwei Spieler pro Bundesligist nach Rio

Porträt: Wendell: brasilianischer Linksverteidiger
Porträt: Wendell: brasilianischer Linksverteidiger FOTO: afp, PST/bb
Düsseldorf/Leverkusen. Manager und DFB verständigen sich auf Regelung für olympisches Fußballturnier. Die Zahl der Abstellungen kann variieren. Von Sebastian Bergmann und Stefanie Sandmeier

Horst Hrubesch steht vor einer schwierigen Entscheidung. Bis Juni muss der U21-Nationaltrainer aus einer Liste von 40 Nachwuchs-Spielern, die der Deutsche Fußball-Bund (DFB) der Welt-Doping-Agentur Ende Januar mitgeteilt hat, 16 Feldspieler und zwei Torhüter auswählen, die mit nach Rio zum olympischen Fußballturnier (4. bis 20. August) reisen dürfen. Allerdings ist seine Wahl eingeschränkt. Die Bundesliga-Manager haben sich auf einer Tagung darauf verständigt, dass in der Regel zwei Spieler pro Verein abgestellt werden.

Rudi Völler, Sportdirektor bei Bayer Leverkusen, begrüßt die Limitierung, sagt aber auch: "Die Zahl kann im Einzelfall sicher variieren, aber in Absprache mit Horst Hrubesch sollte dann geprüft werden, was mit Rücksicht auf die betroffenen Vereine Sinn macht und was nicht." Die Zahl der Abstellungen müsse im Rahmen bleiben, sagt Völler. "Es darf nicht so sein, dass einige Vereine vier Spieler abstellen und andere gar keinen."

In Leverkusen hieße das, Wendell plus X. Dem Brasilianer, der sich auf die Spiele in seiner Heimat freut, wird man in Leverkusen eine Teilnahme nicht abschlagen. So viel ließ die sportliche Führungsetage um Völler bereits durchblicken. In Frage kommen außerdem Julian Brandt, Jonathan Tah und Rückkehrer Levin Öztunali.

Tah und als Überraschung Brandt könnten auch auf den EM-Zug noch aufspringen. Zusammen mit Karim Bellarabi sowie möglicherweise Christoph Kramer und Bernd Leno wären dann allein fünf Leverkusener für Deutschland unterwegs. "Wir sollten erst einmal abwarten, welche Spieler Joachim Löw für die A-Nationalmannschaft nominiert."

Da das olympische Turnier keine Veranstaltung des Weltverbands Fifa ist, besteht für die Vereine keine Abstellungspflicht. "Natürlich wollen wir dabei helfen, eine gute deutsche Olympiamannschaft nach Brasilien zu entsenden, aber jeder Verein vertritt natürlich auch seine eigenen Interessen. Für uns ist wichtig, eine gute Vorbereitung mit fitten Spielern zu bestreiten", sagt Völler.

Auch beim FC Schalke stehen mit Leroy Sané, Max Meyer, Leon Goretzka und Johannes Geis einige Kandidaten im Kader, die sowohl bei der EM als auch bei Olympia mitspielen könnten. Im Team von Borussia Mönchengladbach drängen für eine Nominierung der Däne Andreas Christensen und der deutsche U21-Nationalspieler Mahmoud Dahoud in den Fokus. Beim 1. FC Köln sind es Timo Horn, Dominique Heintz, Yannick Gerhardt und Leonardo Bittencourt.

In der Vorrunde des Turniers trifft die deutsche Olympia-Auswahl auf Mexiko, Südkorea und Fidschi.

Quelle: RP
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