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Hamburger Olympia-Bewerbung
Eine Party für elf Milliarden Euro

Fragen und Antworten zum Olympia-Referendum in Hamburg
Fragen und Antworten zum Olympia-Referendum in Hamburg
Hamburg. Am Sonntag endet das Referendum über die Hamburger Olympia-Bewerbung. In einer Umfrage liegen die Befürworter der Spiele mit 56 Prozent vorn. Die wichtigsten Kennzahlen. Von Martin Beils

259.883 Bürger, also ein Fünftel der Wahlberechtigten in Hamburg, müssen beim Olympia-Referendum mit Ja stimmen, damit die Hansestadt die Bewerbung um die Sommerspiele 2024 weiter verfolgt. Und es dürfen nicht mehr Wahlberechtigte mit Nein stimmen. Fast 500.000 gültige Stimmen wurden bereits abgegeben.

15.840 der etwa 198.000 Wahlberechtigten in Kiel müssten mit Ja stimmen, damit die Stadt als Segelstandort im Rennen bleibt. Sollte Hamburg für und Kiel gegen Olympia votieren, darf sich die Elbmetrople nach einem neuen Partner umsehen. Erster Kandidat wäre Rostock-Warnemünde.

Hamburgs Olympia-Bewerbung von A bis Z

14 Euro bekommen Wetter, die auf einen Sieg der Olympia-Befürworter setzen, bei zehn Euro Einsatz. Wer auf ein Nein setzt, kann bei "bwin" hingegen mit einer Quote von 27 für 10 rechnen. International gilt Paris (22,50 für 10) vor Hamburg (40:10) sowie Los Angeles und Rom (jeweils 50:10) als Favorit. Krasser Außenseiter ist Budapest (150:10).

56 Prozent der Hamburger haben sich zuletzt in einer Umfrage für eine Bewerbung ausgesprochen. Bundesweit sprachen sich 64 Prozent der Befragten für Olympische Spiele in Hamburg aus, ungeachtet der Terror-Anschläge von Paris. Als klaren Erfolg würden die Olympiabefürworter ein Ergebnis von "60 Prozent plus x" verbuchen. Von "70 plus x", wie sie nach dem Erfolg im nationalen Zweikampf mit Berlin prognostiziert wurden, ist Hamburg weit entfernt. Die Terrorgefahr, die Skandale der Fußball- und Leichtathletik-Verbände und die Flüchtlingsproblematik drücken die Stimmung.

11,217 Milliarden Euro sollen die Ausgaben für die Spiele insgesamt betragen. Demgegenüber sind Erlöse in Höhe von 3,814 Milliarden Euro einkalkuliert. Den Großteil der Kosten (7,4 Milliarden Euro) soll der Bund mit 6,2 Milliarden Euro übernehmen, Hamburg will 1,2 Milliarden zahlen. Bislang lehnt es der Bund aber ab, diesen Betrag aufzubringen.

Olympia 2024: Der Zeitplan bis zur endgültigen Entscheidung

461 Millionen Euro sind in der Bewerbung derzeit für Sicherheitsvorkehrungen veranschlagt. London verbuchte nach den Olympischen Spielen 2012 unter diesem Posten letztlich 1,7 Milliarden Euro. Manche Quellen sprechen von deutlich über zwei Milliarden Euro. Angesichts der Terrorgefahr ist es gut möglich, dass der Posten bis zu den Spielen 2024 erheblich wachsen könnte.

17 Tage dauern Olympische Spiele. Hinzu kommen die Paralympics, die zwölf Tage dauern und üblicherweise einen Monat nach Olympia stattfinden.

22 Uhr wird am Sonntag das vorläufige Endergebnis vorliegen. Erste Trends gibt es voraussichtlich gegen 20 Uhr. Seit dem 26. September konnten die Hamburger ihre Stimme per Briefwahl abgeben. Die Wahllokale haben von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

Hamburg präsentiert Olympia-Konzept FOTO: dpa, ahe lof

6 deutsche Bewerbungen um die Spiele sind gescheitert: Garmisch-Partenkirchen für 1960 (Winter), Berchtesgaden für 1992 (Winter), Berlin für 2000 (Sommer), Leipzig für 2012 (Sommer), München für 2018 (Winter, mit Garmisch-Partenkirchen und Königssee), München 2022 (Winter, mit Garmisch, Berchtesgaden, Ruhpolding).

2028 könnten Olympische Spiele in Hamburg stattfinden, wenn sich die Hanseaten jetzt für eine Bewerbung entscheiden, im internationalen Wettbewerb um die Spiele 2024 aber scheitern.

Quelle: RP
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