"Peking muss sich entscheiden": Olympia-Boykott nicht mehr ausgeschlossen?
zuletzt aktualisiert: 22.03.2008 - 14:09Neuss (RPO). Der Präsident des Europäischen Parlaments, Hans-Gert Pöttering, zieht als Reaktion auf die blutigen Unruhen in Tibet einen Olympia-Boykott in Erwägung. "Wir sollten einen Boykott der Olympischen Spiele in Peking nicht ausschließen", erklärte der CDU-Politiker.
Wir wollen erfolgreiche Spiele, aber nicht zum Preis des kulturellen Völkermords an den Tibetern, von dem der Dalai Lama spricht", Pöttering in der "Bild am Sonntag" weiter.
China stehe in der Pflicht, sich mit dem geistigen Oberhaupt der Tibeter an einen Tisch zu setzen. "Peking muss sich entscheiden. Es sollte unverzüglich mit dem Dalai Lama verhandeln. Bleiben Signale der Verständigung aus, halte ich Boykottmaßnahmen für gerechtfertigt", meinte Pöttering.
Zuletzt hatten sich prominente Persönlichkeiten, darunter US-Präsident George W. Bush, offen gegen einen Boykott der Spiele ausgesprochen. Auch DFB-Chef Theo Zwanziger und Willi Lemke, neuer UN-Sonderberater für Sport und Entwicklung, zogen diese Maßnahme nicht in Betracht. Lemke bezeichnete einen möglichen Boykott als "die wirklich allerschlechteste Lösung".
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