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Sommerspiele 2028
Olympia in NRW – das sagen unsere Leser

Olympia in NRW – das sagen unsere Leser
FOTO: afp
Düsseldorf. Wir haben unsere Leser gefragt, was sie von der Idee halten, Olympische Sommerspiele in der Region Rhein/Ruhr zu veranstalten. Hier sind die Antworten.

Danke, kein Gewinn

Immer wieder stellt man fest, dass sportliche Megaevents nur für die Veranstalter, IOC und Fifa ein Gewinn sind und für die ausrichtenden Städte oder Länder oft mehr kosten, als sie einbringen. Seitens der Befürworter wird oft angeführt, dass solche Events eine langfristige positive Wirkung haben als Tourismus- oder Wirtschaftsstandort. Unabhängige Studien, die das belegen, gibt es meines Wissens nach nicht. Ich habe selber für die "MIT" zusammen mit dem Industrieclub in 2012 eine Elefantenrunde zu Düsseldorf Rhein/Ruhr 2012 gemacht und auch damals kein belastbares Material finden können. Daher stellt sich die Frage, ob gerade eine wirtschaftlich schlecht dastehende Region ein solches Event stemmen soll. Natürlich finden Sportfreunde so etwas immer toll, aber am Ende fehlen Gelder bei den wirklich wichtigen Projekten. Ferner bindet schon der Bewerbungsprozess erhebliche Ressourcen und Mittel in den Verwaltungen, die - wie damals in Leipzig - sogar schon nationalem Wettbewerb zum Opfer fallen. Es sollte dazu im Nachgang zu einer neutralen öffentlichen Präsentation mit Debatte und ein Bürgerentscheid in den Städten und Kreisen gemacht werden, die die Lasten zu tragen haben. Hamburg und Garmisch waren in Umfragen auch lange oben auf und sind letztlich doch abgelehnt worden.

Robert Fassbender, Düsseldorf

Viel zu klein

Es wäre sicher sehr schön, Olympische Spiele nach NRW zu holen. Leider hätte eine Bewerbung Schwächen, die dies verhindern werden. Das IOC hat vor Jahren die Bewerbung einer Region ausgeschlossen. Es müsste sich also eine Stadt bewerben. Düsseldorf ist dafür viel zu klein. An diesem Punkt ist bereits Leipzig krachend gescheitert. Die Stadt muss mindestens eine Millionen Einwohner haben, allein schon, um eine ausreichende Zahl von Hotelbetten garantieren zu können. Darunter wird niemand ernst genommen. Dies könnte nur Köln sein. Köln ist aber sehr arm und müsste ein Olympiastadion bauen, da das Rhein-Energie-Stadion keine Laufbahn hat. Was soll dann nach den Spielen aus dem Stadion werden? Das Olympiastadion in München wurde immerhin noch über 30 Jahre als Fußballstadion genutzt. Es ergäbe sich eine riesige Fehlinvestition. Es ist aber meiner Meinung nach auch undenkbar, dass nur wenige Wettkämpfe in Köln ausgetragen werden und die übrigen zwischen Aachen und Dortmund. Die Entfernungen sind so groß, dass eine olympische Stimmung kaum aufkommen kann. Bevor weitere Überlegungen angestellt werden, sollte man die Kriterien des IOC durchlesen und klären, warum andere Städte gescheitert sind. Außerdem sollte man zuerst die Stadt Köln und deren Einwohner fragen, ob sie als Bewerberin in Frage kommt.

Franz Josef Rauscher, Remscheid

Kein Geld

Ich halte überhaupt nichts von Olympia in NRW, solange die meisten Städte und Gemeinden Nothaushalte haben, weder Schulen noch Straßen oder öffentliche Gebäude in Ordnung gehalten werden können. Erst wenn NRW es schafft, alle wichtigen Dinge im Bundesland zu finanzieren und durchführen zu lassen und dann noch eine Menge Geld übrig sein sollte, sollten Politiker oder andere rumspinnen mit Olympia in NRW. Die Leute, die sowas gut finden, finanzieren es ja leider nicht sondern erwarten das vom Steuerzahler.

Sibilla Reinartz, Grevenbroich

Tschüss Olympia

Das olympische Feuer in Rio ist erloschen. Olympia ist verbrannt. Zerstört von Korruption, Doping und Kommerz. Olympische Spiele sind von gestern. Nach vier kläglich gescheiterten deutschen Bewerbungen (Berlin 2000, Leipzig 2012, München 2022, Hamburg 2024) hat sich das Thema ohnehin erledigt. Die Stimmungsmache pro Olympiabewerbung in NRW ist reine Spielerei zur Unterhaltung des Publikums. Für die zehn, fünfzehn oder zwanzig Milliarden Euro, die das dubiose Projekt kosten würde, gäbe es tausendfach bessere Verwendung. Tschüss Olympia! 

Klaus D. Krause, Meerbusch

Macht keinen Sinn

Die olympische Idee, die einst für die Spiele der Neuzeit Pate stand, hat sich schon längst in ein gigantisches und rücksichtsloses Geschäft verkehrt. Der Sport und die eigentliche Idee, die sich hinter Olympia verbergen, sind nicht zuletzt um die Ereignisse in Brasilien ad absurdum geführt worden. Planwirtschaft, Enteignungen, zweifelhafte Vergabeverfahren, Selbstbereicherung beim Kartenverkauf, Vetternwirtschaft, Geldverbrennung, Doping, politische Einflussnahmen und ein kaum noch zu überbietender Gigantismus. So macht Olympia keinen Sinn. Die Mittel, die in NRW allein für die Bewerbung aufgewendet werden müssten, sind sinnvoller und vor allen Dingen effektiver einsetzbar. Eine marode Infrastruktur, schlechte Straßen und Brücken, ein mangelhafter Schienennahverkehr, mangelhafte Radwege, zerrüttete Finanzen, schlechte und marode Schulen, ein mangelhaftes Bildungsniveau laut "Pisa", schlechte und fehlende Kitas, das alles zeichnet NRW aus. Sollte Olympia kommen, wird es mutmaßlich einen ungeheuren Gigantismus geben. Bezahlen müssen das die Bürger, wie auch immer der "Finanzierungstopf" heißen wird. Es ist zwingend, die Finanzmittel für die Beseitigung der aufgelisteten Mängel einzusetzen. Wer rational und logisch denkt und auch ebenso entscheidet, kann konsequenterweise zu keinem anderen Ergebnis kommen.

Hans-Georg Streubel, Rheurdt

Super Idee 

Ich finde die Idee, die Olympischen Spiele nach NRW zu holen, super. Es wäre ein absoluter Traum.

Victoria Dadder, per Mail

Ausgerechnet NRW

Zu den Plänen, die Olympischen Spiele nach NRW in den Großraum Rhein und Ruhr zu holen, gebe ich ein ganz klares und entschiedenes nein! Ausgerechnet NRW, das am höchsten verschuldete Bundesland in Deutschland, dessen Schulden noch jährlich um etliche Milliarden weiter wachsen, kann und darf sich diesen Luxus Olympischer Spiele einfach nicht leisten. Es spricht so viel dagegen, allen Bürgern und auch Verantwortlichen ist bekannt, dass diese dafür benötigten Milliarden Steuergelder dringend der Infrastruktur zugeführt werden müssen. Dass die von Ihnen bereits erwähnten bestehenden Sportstätten in der Region in gutem Schuss sind und deshalb für Olympia ausreichen würden, halte ich für absolut nicht den Tatsachen entsprechend. Es bedarf hier sicher eines hohen finanziellen Aufwandes, diese Sportstätten zu erhalten bzw. auf den neuesten Stand zu bringen. Natürlich mit heute völlig unübersehbaren Kosten. Das alles können und dürfen wir uns nicht leisten, solange nicht, wie oben beschrieben, die Infrastruktur erneuert wurde. Dazu muss man auch unbedingt erwähnen, dass Gelder, die man für ein Olympia plant, einfach besser und zum Wohle aller in Schulen, Kindergärten, Kitas, Bildung, Sicherheit (mehr Polizei) investiert werden sollten, davon haben alle etwas.

Klaus-Jürgen Laufs, Mettmann

Alarmglocken

Wenn ein Herr Mronz für die Olympischen Spiele an Rhein und Ruhr wirbt, läuten bei mir die Alarmglocken. Er braucht die Spiele ja nicht zu bezahlen. Das machen ja die kleinen Leute. Die Umfrage sehe ich nicht als aussagefähig. In München und Hamburg waren die Politiker und Funktionäre dafür. Was die Bevölkerung dachte, hat die Abstimmung gezeigt. Nein, keine Spiele. Gibt es denn keine bessere Verwendung für die Milliarden? Schulen und Kindergärten, sowie Straßen warten auf Geld.

Johannes G. Ketel, Düsseldorf

Alles abschaffen Erstens: Das Land hat kein Geld. Straßen, Brücken, Schulgebäude verfallen, und in die Renovierung von Sportstätten für ein vierwöchiges Event sollen Milliarden gesteckt werden? Zweitens: Olympia ist alles andere als ein fröhliches Sportfest für Nationen. Es ist ein Sumpf aus Doping, Bestechung, übersteigertem Ehrgeiz und zudem auch noch zunehmend ein Sicherheitsrisiko. Und für solch eine zweifelhafte Veranstaltung will man Milliarden ausgeben? Drittens: Überhaupt ist Leistungssport die blödeste Erfindung, seit es Menschen gibt. Sportler ruinieren ihre Gesundheit, um beispielsweise eine halbe Nanosekunde vor einem anderen Sportler, der ebenfalls seine Gesundheit ruiniert, durchs Ziel zu laufen. Alle jubeln. Warum? Morgen läuft ein anderer eine halbe Nanosekunde schneller. Und für diesen Krampf werden Milliarden verschwendet? Die Olympischen Spiele haben keinerlei praktischen Nährwert, im Gegenteil. Man sollte diesen Unsinn möglichst schnell abschaffen – und ganz bestimmt nicht in NRW stattfinden lassen!

Eva Markert, Ratingen

Gutes Gefühl

Ich dachte erst, es sei ein Schuss ins Blaue, aber das hört sich gut an. Eine Bewerbung sollte erfolgen. Ich wäre dafür.

Jana Höfer, Berlin

Braucht niemand

Bei Olympia ist alles korrupt, und es dient nur zur Selbstdarstellung und Bereicherung von einigen wenigen. Das Geld kann besser in andere Projekte fließen.

St .Schweda,
per Mail

Regionalgefühl

Die Olympischen Spiele in NRW sind eine hervorragende Möglichkeit, die Region weltweit zu präsentieren. Zudem werden der Zusammenhalt und das Regionalgefühl gestärkt. Während in München oder Hamburg die Bürger sich gegen eine Bewerbung ausgesprochen haben, stößt sie hier in NRW auf eine breite Akzeptanz. Nicht zuletzt auch aufgrund des vergleichsweise geringen Aufwandes, der für die Spiele betrieben werden müsste. Zahlreiche Sportstätten sind bereits vorhanden und auch die Infrastruktur ist in keinem Teil Deutschlands besser vernetzt als in NRW. Zudem würden sicher auch einige Bauprojekte beschleunigt gebaut werden können, wenn Olympia ins Haus steht.

Philip Bleckmann,
per Mail

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