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Heiratsantrag unter Wasserspringern
Die schönste Silbermedaille der Olympischen Spiele

Olympia 2016: Chinese macht Freundin Heiratsantrag
Olympia 2016: Chinese macht Freundin Heiratsantrag FOTO: dpa, mr
Rio de Janeiro. Silber um den Hals, Gold am Finger: Unmittelbar nachdem die chinesische Wasserspringerin He Zi für ihren zweiten Platz im Olympia-Finale vom 3-m-Brett geehrt worden war, erhielt sie von ihrem Freund Qin Kai einen Heiratsantrag.

Beim romantischsten Olympia-Moment von Rio sank der Bronzemedaillengewinner im 3-m-Synchronspringen in aller Öffentlichkeit auf die Knie, er enthüllte einen Verlobungsring und bat He um ihr "Ja"-Wort.

Die Angebetete nickte als Zustimmung mit dem Kopf und brach in Freudentränen aus. Die übrigen Athleten und Zuschauer im Maria Lenk Aquatics Center jubelten. "Ich dachte: Was macht er da? Soll das ein Heiratsantrag werden? Ich war ein wenig schüchtern, weil es alle Leute sehen konnten", berichtete die glückliche Wasserspringerin: "Das ist der Mann, dem ich für den Rest meines Lebens vertrauen kann."

"Er hat einen guten Job gemacht"

He (25) und Qin (31) sind seit fast sechs Jahren ein Paar, sie trainieren zusammen beim selben Coach. Einige Teamkollegen waren in Qins Plan eingeweiht, unter anderem Olympiasiegerin Shi Tingmao: "Ich freue mich sehr für die beiden. Es war der richtige Zeitpunkt für die Frage, er hat einen guten Job gemacht."

Helferin macht Rugbyspielerin Heiratsantrag FOTO: ap

Auch der deutsche Wassersprung-Bundestrainer Lutz Buschkow war gerührt. "Das ist ja der Hammer", sagte Buschkow, als er die Szenen in der Interviewzone auf dem Bildschirm sah.

Bei so vielen Gefühlen ging der achtbare Olympia-Abschied von Nora Subschinski natürlich unter. In ihrem ersten olympischen Einzelfinale belegte die Berlinerin in Rio de Janeiro Platz neun vom Drei-Meter-Brett. Die 28-Jährige sammelte für ihre fünf Sprünge 317,10 Punkte, verbesserte sich im Vergleich zu den Vorkämpfen. Sie war am Sonntag die drittbeste Europäerin. Die Dresdnerin Tina Punzel war bei ihrem Olympia-Debüt als 17. des Halbfinales gescheitert.

"Ich glaube, ich habe mich ordentlich verabschiedet. Ich bin zufrieden mit so einem schönen Abschluss" sagte Subschinski. Bei ihren vierten Spielen war sie nach zwei schwächeren Sprüngen im Halbfinale etwas überraschend noch in das Finale der besten Zwölf gerutscht. Die zweite Karriere mit einer Ausbildung zur Tierarzthelferin startet bald. "Ich hatte das Gefühl, dass sie sehr gelöst und mit Freude in den Wettkampf gegangen ist", sagte Wassersprung-Bundestrainer Lutz Buschkow. "Das ist ein schönes Ende für sie bei den Olympischen Spielen in Rio."

Punzel patzt beim Rückwärtssalto

Subschinski hatte ihren Sport vom Turm begonnen und im Synchron-Wettbewerb vierte und sechste Plätze bei den Spielen 2004, 2008 und 2012 belegt. Viermal wurde sie Synchron-Europameisterin von der Zehn-Meter-Plattform. Nach einem schweren Verletzung an der Halswirbelsäule wechselte sie auf das Drei-Meter-Brett, da die Belastungen vom Turm zu groß geworden waren. 2014 und 2015 war Subschinski gemeinsam mit Tina Punzel EM-Zweite.

Punzel war 2013 überraschend Europameisterin im Einzel vom Drei-Meter-Brett geworden. Rio war noch eine Nummer zu groß für sie, aber sie ist eine feste Größe für Tokio. Die Dresdnerin lag klar auf Finalkurs, doch dann misslang der zweieinhalbfache Rückwärtssalto. "Ich hoffe, dass ich es dann beim nächsten Mal wirklich mal zeigen kann", sagte die 21-Jährige.

Erneut mussten die Athleten in trübes, grünlich schimmernden Wasser springen. "Wir haben einen Film gesehen, der da oben ist. Das ist nicht olympiawürdig, das muss man so sagen", sagte Buschkow am Samstag. Zwar sei versichert worden, dass "alle Parameter des Wassers gut sind. Aber wenn man das Bild anschaut, spricht das eine andere Sprache."

<<< Das war die Nacht in Rio <<<

(seeg/sid/dpa)
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