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Olympia 2016
Ein Jahr Druck: In Rio sollen mehr Medaillen glänzen

Olympia 2012: das deutsche Zeugnis
Olympia 2012: das deutsche Zeugnis FOTO: DAPD
Mehr Starter, mehr Medaillen - nur nicht mehr Geld: Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) muss in den zwölf Monaten bis zum Start der Sommerspiele in Rio de Janeiro (5. bis 21. August 2016) den Spagat zwischen den Forderungen seines "Großsponsors" Thomas de Maiziere und der sportlichen Realität schaffen.

"Wir haben in Peking 2008 insgesamt 41 Medaillen geholt, in London 2012 waren es 44 - und die Zahl von London wird die Richtgröße für Rio sein. Dieses Ergebnis wollen wir halten und nach Möglichkeit verbessern", sagte Leistungssport-Vorstand Dirk Schimmelpfennig bei einer Countdown-Veranstaltung des DOSB im hessischen Kelsterbach zu den Ambitionen für Rio: "Die Ergebnisse der zurückliegenden Weltmeisterschaft haben gezeigt, dass wir so konkurrenzfähig sind, um dieses Ziel als realistisch zu bezeichnen."

Dass Bundesinnenminister de Maiziere von den deutschen Spitzensportlern künftig allerdings ein Drittel mehr Medaillen als zuletzt fordert, sieht Schimmelpfennig positiv. "Ich halte die Forderung nicht nur für legitim, ich freue mich sogar darüber - das wollen wir ja auch", sagte der sportliche Leiter der Olympiamannschaft. In London wie bei den Winterspielen zwei Jahre später in Sotschi belegte die deutsche Mannschaft den sechsten Rang im Medaillenspiegel.

Olympia 2012: Gewinner und Verlierer FOTO: dapd, Anja Niedringhaus

Schimmelpfennig hat auch kein Problem damit, dass der Innenminister für sein anvisiertes Ziel nicht mehr Steuergelder investieren will: "Das ist als Grundvorgabe richtig", äußerte der Funktionär: "Wir sollten erst die Effektivität unserer Leistungssport-Struktur überprüfen, bevor wir nach mehr Geld schreien."

Der deutsche Staat fördert den Spitzensport in diesem Jahr mit 153 Millionen Euro, dazu kommen Personal- und Sachleistungen von Bundeswehr, der Polizei und dem Zoll. Größter Geldgeber ist das Innenministerium.

Mit Blick auf Rio plant der DOSB den Start einer wesentlichen größeren Mannschaft als in London. "In London waren wir mit 319 Teilnehmern vertreten. Wir haben nun bereits 48 Quotenplätze sicher. Durch die Qualifikation der Spielsportarten - Hockey und beide Fußballteams - gehen wir von deutlich mehr als 400 Teilnehmern aus", äußerte Schimmelpfennig.

London 2012: Gauck ehrt die Medaillengewinner FOTO: dapd, Maja Hitij

Der frühere Sportdirektor des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) gab zudem die Nominierungs-Termine bekannt. Am 31. Mai, 28. Juni und 12. Juli 2016 werden die Olympia-Teilnehmer benannt. "Die Nominierungskriterien sind mit den Spitzenverbänden bereits ausgehandelt und unterschrieben", sagte der DOSB-Vorstand.

(sid)
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