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Sensationssieg in Runde eins
Del Potro zerstört Djokovics Gold-Traum

Djokovic und del Potro weinen nach Erstrunden-Match
Djokovic und del Potro weinen nach Erstrunden-Match FOTO: afp
Rio de Janeiro. Novak Djokovic verließ weinend das Tollhaus von Rio, sein Coach Boris Becker blickte entgeistert. Die olympische Titelmission des topgesetzten Serben endete beim 6:7 (4:7), 6:7 (2:7) gegen den groß aufspielenden Juan Martin del Potro (Argentinien) völlig überraschend bereits in Runde eins des olympischen Tennisturniers.

"Das war eine der bitteren Niederlage meiner Karriere. Ich bin traurig und enttäuscht, denn Olympische Spiele sind immer etwas Besonderes", meinte Djokovic und sagte über seinen Kontrahenten: "Er war der bessere Spieler."

Auch del Potro wurde nach dem denkwürdigen Schlagabtausch emotional: "Es war einer meiner größten Siege. Ich habe versucht, meine Vorhand so hart wie möglich zu schlagen. Ich bin einfach nur glücklich."

Auch Becker in der Box konnte die zweite bittere Pleite seines Schützlings binnen fünf Wochen nicht verhindern. In eine weiße Jacke des serbischen Teams gehüllt, versuchte Becker mit Gesten immer wieder, den zeitweise wie ein angeschlagener Boxer wirkenden Djokovic aufzumuntern.

Bereits Anfang Juli war die Nummer eins der Welt in der dritten Runde von Wimbledon fast sensationell an Nobody Sam Querrey (USA) gescheitert. Es schien, als habe das Gerede vom möglichen Golden Slam Djokovic gelähmt.

Auf dem Centre Court fand der ausgelaugt wirkende Favorit kein Mittel gegen den mutig und mit brachialer Kraft agierenden del Potro, der noch am Vormittag 40 Minuten in einem Aufzug im Olympischen Dorf festgesteckt hatte. Erst Spieler der argentinischen Handball-Nationalmannschaft konnten den 1,98-m-Hünen befreien.

Die 10.000 lautstarken Zuschauer auf dem Hauptcourt sorgten für Samba-Stimmung und zauberten sowohl Djokovic als auch del Potro immer wieder ein Lächeln ins Gesicht. Der Favorit hatte als Hommage an Olympia-Gastgeber Brasilien extra ein grün-gelbes Schweißband in den Landesfarben übergestreift.

Gegen die Wucht von "Delpo" stand Djokovic aber oft auf verlorenem Posten. Während dem Argentinier allein im ersten Satz 20 Winner gelangen, konnte sein Gegner nur zehn direkte Gewinnschläge verbuchen. Der Serbe hatte 2008 in Peking die Bronze-Medaille im Einzel gewonnen, der Argentinier 2012 in London.

Der frühere Weltranglistenvierte del Potro hatte erst Ende Juni in Wimbledon sein Grand-Slam-Comeback nach zweieinhalbjähriger Pause wegen einer Handgelenksverletzung gefeiert. Im ATP-Ranking steht "Delpo" derzeit nur auf Platz 145.

Djokovic hatte nach seinem insgesamt sechsten Turniersieg bei den Australian Open Ende Januar und seinem ersten Triumph bei den French Open im Juni sogar die Hoffnungen auf den Gewinn des Grand Slams geweckt. Doch das frühe Aus im Rasen-Mekka gegen Sam Querrey (USA) holte den zwölfmaligen Major-Champion aus allen Träumen.

(seeg/sid)
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