| 12.43 Uhr

Letzter Auftritt bei Olympia
Williams drückt sich nach Aus vor Interviews

Williams scheitert sensationell im Achtelfinale
Williams scheitert sensationell im Achtelfinale FOTO: afp
Rio de Janeiro. Auf einen Spießrutenlauf hatte Serena Williams einfach keine Lust mehr. No way! Also verließ einer der Superstars von Rio de Janeiro die Olympia-Bühne durch den Hinterausgang. Untypisch für die Tennis-Queen aus Florida, die sonst immer etwas zu sagen hat.

Aber auch ein Indiz dafür, wie sehr ihr der Achtelfinal-K.o. gegen Jelina Switolina aus der Ukraine (4:6, 3:6) zusetzte. Der Traum vom fünften Olympia-Gold seit 2000 platzte für Williams an einem schwülwarmen Abend vor 10.000 Zuschauern auf dem Centre Court.

Also musste es Tom LaDue richten. Der Pressesprecher des US-Tennisteams trug die in der Kabine hektisch aufgenommenen Kommentare von Williams in Endlosschleife vor. Es waren Allerwelts-Sätze. Doch aus jedem einzelnen war die Ernüchterung der 34-Jährigen förmlich herauszuhören. "Ich bin natürlich enttäuscht, weil ich eines meiner großen Ziele nicht erreichen konnte", meinte Williams.

Während die 22-malige Grand-Slam-Siegerin aus den USA von einer "vergebenen Chance" sprach, konnte Switolina ihr Glück kaum fassen. "Das fühlt sich unwirklich an. Ich habe bis zum Ende nicht geglaubt, dass ich gewinne", sagte die 21-Jährige und schwärmte: "Olympia ist für mich das Größte."

Kerbers Hauptkonkurrentin ist draußen

Es war die erste Niederlage von Williams im fünften Duell mit Switolina, die von der früheren Nummer eins Justine Henin (Belgien) trainiert wird. Damit platzte für Williams, zuletzt Hauptkonkurrentin von Angelique Kerber (Kiel/Nr. 2), der Traum vom fünften Olympia-Gold seit 2000 in Sydney.

Mit jeweils vier Triumphen (einer im Einzel/drei im Doppel) ist sie gemeinsam mit ihrer Schwester Venus der erfolgreichste Tennisprofi bei Olympia. In Rio war das Williams-Doppel bereits in der ersten Runde gescheitert. Serena Williams, Einzel-Siegerin von London 2012, offenbarte gegen Switolina wie am Vortag beim Sieg gegen die Französin Alize Cornet Schwächen in ihren Grundlinienschlägen. Zudem kam der Aufschlag nicht wie gewohnt.

Im Duell mit der fast fehlerfreien Switolina war jedoch kaum etwas von der großen Kämpferin zu sehen, die mit Steffi Graf die Grand-Slam-Rekordliste des modernen Tennis anführt. Bezeichnend, dass Williams beim Stand von 3:3 im zweiten Satz gleich fünf Doppelfehler in einem Spiel unterliefen.

Doch die Ukrainerin traute selbst nach diesem kuriosen Szenario dem Frieden nicht. "Serena kann ein paar Doppelfehler machen und dann gleich wieder Asse schlagen. Bei ihr muss man immer mit dem Überraschenden rechnen", sagte Switolina, die sich immer wieder versuchte zu beruhigen: "Ich sagte mir, denk' nicht daran, dass du gegen Serena Williams spielst, diesen großen Champion."

Williams schien mit Schulterproblemen zu kämpfen. Die Fans auf dem Centre Court jedenfalls witterten die Sensation und unterstützten Williams nach Kräften. Am Ende vergeblich. "Olympia war aufregend, es hat Spaß gemacht - aber es ist vorbei", sagte die gefallene Top-Favoritin.

(sid)
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