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"Sport ist mein einziger Grund zu leben"
Paralympics-Siegerin will nach den Sommerspielen sterben

Paralympics 2012: Die Gesichter der Spiele
Paralympics 2012: Die Gesichter der Spiele FOTO: afp, GLYN KIRK
Diest. Paralympics-Siegerin Marieke Vervoort erwägt die Inanspruchnahme der in ihrer belgischen Heimat erlaubten Sterbehilfe.

Nach den Spielen in Rio de Janeiro (7. bis 18. September) werde sie ihre sportliche Karriere beenden, "und der Sport ist mein einziger Grund zu leben", sagte die 37-Jährige der französischen Zeitung "Le Parisien".

Vervoort hat eine unheilbare, degenerative Krankheit. Die Papiere für die Sterbehilfe liegen bereits bereit, und sie hat auch feste Vorstellungen über ihre Beerdigung. Es soll keinen Gottesdienst geben und keinen Kuchen: "Ich möchte, dass alle mit einem Glas Champagner dastehen und an mich denken."

In Rio will die Goldmedaillen-Gewinnerin über 100 m Rollstuhl-Sprint noch einmal eine Medaille holen. Dies werde schwer, sei trotz zunehmender körperlicher Defizite aber möglich: "Ich möchte meine Karriere auf dem Podium beenden."

Über ihre täglichen Schmerzen berichtete die Belgierin sehr bewegend. "Alle sehen mich lachen, aber niemand sieht die dunkle Seite", sagte sie: "Ich leide sehr, manchmal schlafe ich nur zehn Minuten." Sie sei schon mehrmals nachts in Ohnmacht gefallen, ihr Hund habe ihr schließlich das Gesicht geleckt, bis sie wieder erwachte.

(sid)
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