| 14.11 Uhr

Ausschluss von den Paralympics
Putin sieht Russland als Opfer und plant alternatives Sportfest

Putin zeigt sich gut gelaunt bei Paralympics
Putin zeigt sich gut gelaunt bei Paralympics FOTO: dpa, sam
Düsseldorf. Die nächste Attacke und ein aus Trotz erwachsener Alternativ-Plan: Russlands Staatspräsident Wladimir Putin sieht seine Sportler und sein Land nach dem Komplett-Ausschluss von den Paralympics in Rio de Janeiro (7. bis 18. September) mal wieder als Opfer.

Beim Empfang der Olympia-Athleten beschwor Putin wieder einmal Verschwörungstheorien und stellte zusammen mit Sportminister Witali Mutko einen ungewöhnlichen Plan vor: Sollten die russischen Behindertensportler tatsächlich nicht an den Paralympics teilnehmen dürfen, veranstalten sie eben ihr eigenes Sportfest.

Die Entscheidung, Russlands Athleten von den Spielen kollektiv auszuschließen "widerspricht Recht, Moral und Menschlichkeit", sagte Putin am Donnerstag: "Wir wurden leider Zeuge davon, dass sie humanistischen Einrichtungen Sport und Olympia auf unverschämte Art und Weise von der Politik misshandelt wurden. Habsucht und Feigheit haben über olympische Prinzipien gesiegt."

Mutko präsentierte derweil die Pläne für das Konkurrenz-Sportfest. "Alle Paralympics-Athleten werden bis zu dem Punkt, an dem es keine Chance mehr auf eine Teilnahme gibt, weiter trainieren", erklärte er: "Aber auch danach werden sie unsere volle Unterstützung genießen. Wir denken darüber nach, ein Sportfest für sie auszurichten." Putin erläuterte, man wolle den Sportlern die Möglichkeit geben, "zu zeigen, was sie können. Und die Belohnung für die Gewinner wird dieselbe sein als wären sie bei den Paralympics gestartet."

Unterdessen bekräftigte Mutko noch einmal, dass Russland eine Klage vor einem Schweizer Bundesgericht vorbereitet. Der Internationale Sportgerichtshof CAS hatte zuvor den Komplett-Ausschluss durch das Internationale Paralympische Komitee (IPC) bestätigt. Mutko begründet die Klage mit "Verfahrensfehlern".

Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) hatte Russland komplett ausgeschlossen, der Internationale Sportgerichtshof (CAS) bestätigte diese Maßnahme. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte sich trotz des erwiesenen Staatsdopings in Russlands nicht zu einem Komplett-Ausschluss durchringen können. Am Ende starteten 271 von 378 nominierten russischen Athleten. Sie gewannen 56 Medaillen (19/19/18) und belegten Rang vier im Medaillenspiegel, direkt vor Deutschland. Jeder russische Medaillengewinner erhielt als Belohnung am Donnerstag einen PKW vom Kreml-Chef.

(sid)
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