Mit riesiger Feier: Peking eröffnet das Olympische Dorf
zuletzt aktualisiert: 28.07.2008 - 17:46Berlin/Peking (RPO). Der Countdown für die Olympischen Sommerspiele (8. bis 24. August) läuft. Gastgeber China hat am Sonntag das Olympische Dorf an die Athleten übergeben.
Die ersten deutschen Olympioniken mit den Slalom-Kanuten an der Spitze trafen bereits am Sonntag im Reich der Mitte ein, wo sie das am Vormittag mit einer farbenfrohen Zeremonie eröffnete Athletendorf bezogen, das mehr als 16.000 Menschen während der Spiele ein neues Zuhause bietet.
Außerdem begann DOSB-Leistungssportdirektor Bernhard Schwank als stellvertretender Chef de Mission mit dem Aufbau des deutschen Mannschaftsbüros. Zur kleinen deutschen Vorhut gehörte auch Ruderer Marcel Hacker.
"Sehr schön, groß und sauber", sagte Kanuslalom-Bundestrainer Jürgen Köhler über das Dorf und zeigte sich mit den Unterkünften zufrieden: "Es sind sehr große Wohnblocks - wie noch nie bei Olympia." Der 62-Jährige meinte schmunzelnd: "Es wuseln sehr viele junge Volunteers um einen herum, die sind manchmal ein bisschen überflüssig."
Seine Schützlinge Jan Benzien, Jennifer Bongardt, Alexander Grimm, Felix Michel und Sebastian Piersig kümmerten sich zunächst um die Akkreditierungen und trainierten am Abend im Fitnesscenter. Am Montagmorgen stand die erste Einheit im künstlichen Wildwasserkanal auf dem Programm.
Bei der Dorf-Eröffnungsfeier überreichte Olympia-Organisationschef Liu Qi die Schlüssel an Dorfbürgermeisterin Chen Zhili. Anschließend regnete es farbiges Konfetti, Kinder tanzten als Olympia-Maskottchen verkleidet, und die chinesische Flagge wurde gehisst. Gut 200 chinesische Sportler, darunter Basketball-Star Yao Ming, nahmen an der Feier teil. Ein Großteil reiste anschließend wieder zurück ins Trainingslager.
Köhler nahm sich bei der Verabschiedung der Athleten eine Stunde Zeit, um mit vielen Sportlern persönlich zu sprechen und für Fotos zu posieren. "Für uns ist diese Verabschiedung Auszeichnung und Motivation zugleich. Sie zeigt, welchen Stellenwert der Sport in der Politik hat", sagte die viermalige Ruder-Olympiasiegerin Kathrin Boron (Potsdam) stellvertretend für das gesamte Team und versprach: "Sie können sich sicher sein, dass wir unser Land würdig vertreten werden."
DOSB-Präsident Thomas Bach hatte Köhler zuvor den deutschen Medaillenanzug mit der Aufschrift "Horst Köhler - Bundespräsident" als Gastgeschenk überreicht. "Ich hoffe, unsere Athleten können ihn in Peking oft tragen", sagte Bach. Die deutsche Mission Olympia kostet rund 5 Mio. Euro, 70 Prozent davon kommen aus Steuermitteln.
Unterdessen soll das Olympia-Team auf dem Weg nach Peking vom Reisechaos trotz des bevorstehenden Lufthansa-Streiks verschont bleiben. "Wir gehen davon aus, dass die Athleten nicht tagelang auf den Flughäfen zubringen müssen. Wir vertrauen dabei auf die Lufthansa und setzten darauf, dass sie die Flüge nach China schützt", sagte Michael Vesper, Deutschlands Chef de Mission. Auf rund 80 Flüge vornehmlich bei der Lufthansa ist das deutsche Olympiateam in den nächsten Tagen verteilt. Das Unternehmen sicherte "höchste Priorität" bei den Olympiaflügen zu.
In der Nacht zum Montag hatte der Ausstand des Boden- und Kabinenpersonals bei dem Luftverkehrsunternehmen begonnen. Deshalb könne man erst Montagmittag eine Aussage treffen, wie sich der Streik auf den Flugverkehr auswirke, sagte eine Lufthansa-Sprecherin.
IOC-Präsident Jacques Rogge erklärte derweil am Wochenende, er rechne mit mehr positiven Dopingtests als zuletzt bei Olympia 2004 in Athen. Lege man die Rekordzahl von 4500 Kontrollen zugrunde, könne man mit 30 bis 40 positiven Fällen rechnen, meinte er im Interview der belgischen Zeitung De Standaard.
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