| 22.19 Uhr

Olympia-Ausschluss
Russische Gewichtheber und Ruderer ziehen vor den CAS

In diesen Sportarten dürfen russische Sportler starten
In diesen Sportarten dürfen russische Sportler starten
Schwimmer, Gewichtheber, Ruderer: Die Klagewelle russischer Athleten hat den Sportgerichtshof CAS erreicht und das Nominierungs-Chaos in Rio verstärkt.

Vier Tage vor dem Start der Olympischen Spiele in Rio wird das Nominierungs-Chaos immer größer. Die russische Klagewelle hat die Olympia-Stadt am Atlantik erreicht. Nach den Schwimmern ziehen auch die russischen Gewichtheber vor den Internationalen Sportgerichtshof - die Ruderer kündigten den Schritt an.

"Unsere Anwälte haben mit den Athleten eine Klage vereinbart, die wegen fehlender internationaler Dopingtests gesperrt wurden", sagte der russische Ruder-Präsident Wenijamin But und erklärte: "Es ist eine Kollektiv-Klage von 17 Personen."

Der Ruder-Weltverband FISA hatte zuvor hart durchgegriffen und nur sechs der insgesamt 28 Ruderer das Startrecht für die Rio-Spiele erteilt. Der CAS bestätigte am Montagnachmittag allerdings den Eingang der Klage noch nicht.

Nach Bekanntwerden des McLaren-Berichts hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) angeordnet, dass alle Weltverbände ihre russischen Athleten erneut auf Verstöße gegen die Doping-Richtlinien überprüfen sollten. Die russischen Sportler, die abgewiesen wurden, wehren sich nun.

Das gilt auch für die Gewichtheber. Der Weltverband (IWF) hatte im Rahmen seiner Prüfung keinem der acht nominierten russischen Athletinnen und Athleten, drei Frauen und fünf Männern, eine Startberechtigung für Rio erteilt. Am Wochenende hatten sich bereits in Wladimir Morozow, Nikita Lobinzew sowie Julia Jefimowa drei russische Schwimmer juristisch gegen ihren Olympia-Ausschluss gewehrt.

Russlands Sportminister Witali Mutko hatte die Klagewelle am Wochenende angekündigt. "Wir sollten versuchen, unsere Athleten zu schützen", sagte Mutko, der auch alle ausgeschlossenen russischen Athleten aufforderte, vor Zivilgerichte zu ziehen und um ihr Recht zu kämpfen.

IOC-Präsident Thomas Bach erklärte, dass das IOC nicht für die Skandale und das schlechte Timing verantwortlich gemacht werden könne. Der 62-Jährige gab aber auch zu, dass das IOC unter Zeitdruck geraten sei. "Wir müssen die Situation lösen, bevor die Spiele starten."

Ursprünglich hatten sich 387 russische Athleten für die ersten Sommerspiele in Südamerika qualifiziert. Nach der Streichung von 117 Sportlern zählt das russische Team derzeit 270 Athleten. Die letzte Kontrolle der Startberechtigungen, die die Weltverbände vergeben haben, durch den CAS sowie durch eine dreiköpfige IOC-Kommission mit dem deutschen Mitglied Claudia Bokel steht allerdings noch aus.

(sid)
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