| 08.34 Uhr

CAS kippt IOC-Beschluss
Jefimowa und Stepanowa dürfen wieder hoffen

Russland bei Olympia 2016: Julia Jefimowa und Julia Stepanowa dürfen wieder hoffen
Schwimmerin Julia Jefimowa war vor dem CAS erfolgreich. FOTO: afp
Rio de Janeiro . Der Internationale Sportgerichtshof CAS hält die IOC-Regel, bereits einmal gedopte Russen von Olympia auszuschließen, für nicht durchsetzbar. Auch Whistleblowerin Julia Stepanowa kann wieder auf einen Start bei den Olympischen Spielen in Rio hoffen. 

Das Gericht gab mit seinem Urteil der russischen Schwimm-Weltmeisterin Julia Jefimowa und den beiden Ruderern Anastassija Karabelschtschikowa und Iwan Podschiwalow teilweise recht. Sie hatten Einspruch gegen diese Doppelbestrafung eingelegt. Allerdings wies der CAS den Antrag der Athleten auf Erteilung einer direkten Starterlaubnis ebenfalls zurück. Wer über die Teilnahme nun letztlich bestimmt, blieb nach der Mitteilung zunächst offen. Im Falle der Ruderer empfahl der CAS, dass der Weltverband FISA entscheiden solle. Die drei Athleten waren in der Vergangenheit wegen Dopings gesperrt worden, haben diese Strafen aber bereits verbüßt.

Das Internationale Olympische Komitee hatte im russischen Dopingskandal nicht nur entschieden, dass die internationalen Sportfachverbände jeden nominierten Sportler aus Russland überprüfen sollen, ob er nachweislich sauber ist und an den Rio-Spielen teilnehmen darf. Vielmehr hatte das IOC auch verfügt, dass ehemals gedopte Russen ein Start bei den Sommerspielen verweigert wird.

Mit dieser Begründung hatte das IOC auch einen Start der russischen Doping-Kronzeugin und 800-Meter-Läuferin Stepanowa in Rio verweigert. Allerdings müsste die 30 Jahre alte Leichtathletin ebenfalls vor dem Ad-hoc-Gericht des CAS in Rio de Janeiro Klage einreichen. Stepanowa hatte ein systematisches Doping in Russland in ihrem Sport aufgedeckt. Daraufhin schloss der Weltverband IAAF die Leichtathleten Russlands komplett von den Rio-Spielen aus. Die IAAF hatte aber das IOC gebeten, Stepanowa wegen ihrer Verdienste im Kampf gegen Doping in Rio starten zu lassen.

"Das IOC respektiert die Entscheidungen des CAS immer", hatte IOC-Präsident Thomas Bach wenige Stunden vor den Sportgerichts-Urteilen erklärt. "Manchmal mögen wir die Entscheidungen, manchmal nicht, aber immer respektieren wir sie." Der CAS sei das höchste Gericht des Sports.

"Der CAS hat sich primär nur auf die Rechtmäßigkeit des Paragrafen 3 der IOC-Entscheidung fokussiert", hieß es in der Urteilsbegründung. Dabei sei festgestellt worden, dass der Paragraf 3 nicht rechtmäßig sei, weil das Grundrecht der Athleten nicht respektiert werde.

Experten hatten eine entsprechende Entscheidung des CAS erwartet. Der Sportgerichtshof hatte nämlich schon die sogenannte Osaka-Regel des IOC 2011 für nicht rechtmäßig erklärt. Die Regel sah vor, dass Doping-Sünder automatisch von den nächsten Olympischen Spielen ausgeschlossen werden und damit doppelt bestraft werden.

 

(dpa)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Russland bei Olympia 2016: Julia Jefimowa und Julia Stepanowa dürfen wieder hoffen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.