| 19.21 Uhr

IOC-Präsident
Funktionäre und Sportler üben scharfe Kritik an Bach

Das ist Thomas Bach
Das ist Thomas Bach FOTO: dpa, pse jhe puk lof
Berlin. Die Kritik an Thomas Bach reißt nicht ab. Als nächster hochrangiger Funktionär attackierte Aufsichtsrats-Chef Hans-Georg Näder von der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA), zugleich Boss eines wichtigen Paralympics-Sponsors, den deutschen Präsidenten des Internationalen Olympischen Komiteses (IOC) scharf für dessen Amtsführung in den vergangenen Monaten.

Auch Manuela Schmermund, die Gesamt-Athletensprecherin des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) übte heftige Kritik.

"Bach blamiert Deutschland und beschädigt durch sein Verhalten massiv die olympische Bewegung, weil er nicht klar Position bezieht zu Korruption im IOC und zum Doping - eine Problematik, die nicht nur auf Russland beschränkt ist", sagte Näder der Berliner Zeitung Tagesspiegel.

Schmermund schimpfte, Bach habe "gefälligst hier aufzutauchen. Das ist schädigend für sein Amt, aber auch für das Ansehen von Deutschland. Er soll sich mal erinnern, wo er herkommt. So was macht man nicht. Wenn er uns schon nicht bei der Abschlussfeier erwähnt, dann soll er wenigstens hierherkommen. Aber jetzt will ich ihn auch nicht mehr hierhaben."

Näder pflegt als Chef eines weltweiten Prothesen- und Rollstuhlherstellers gute Kontakte zu Bachs Kollege Sir Philip Craven vom Internationalen Paralympischen Komitee (IPC). Anders als das IOC bei Olympia in Rio de Janeiro hatte das IPC im Skandal um Russlands Staatsdoping die russischen Athleten von den derzeit laufenden Paralympics in Brasilien ausgeschlossen.

"In einer Welt, die sowieso aus dem Gleichgewicht geraten ist, wo alle klugen politischen Köpfe und alle Global Citizens mit Einfluss versuchen, ruhig Kopf zu bewahren, hat Thomas Bach die olympische Idee, die gerade in dieser Zeit eine wichtige Vorbildfunktion haben könnte, durch sein Misleadership schwer beschädigt", sagte Näder weiter.

Das IOC reagierte mit Unverständnis auf die Angriffe. "Herr Näder ignoriert offensichtlich die Tatsache, dass der IPC-Präsident der IOC-Entscheidung aufgrund der Unterschiedlichkeit der Statuten beider Organisationen zugestimmt hat", teilte ein IOC-Sprecher dem SID mit.

Näder ärgert sich allerdings auch darüber, dass Bach "es nicht mal geschafft" habe, die Paralympics bei seiner Rede auf der Schlussfeier der Olympischen Spielen in Rio "auch nur zu erwähnen". Das wäre üblich, so der Topmanager weiter.

Bach ist seit langem der erste IOC-Präsident, der den Paralympics keinen Besuch abstattet. Laut IOC allerdings ließ Bachs Terminlage keine Visite zu.

(sid)
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