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Welt-Anti-Doping-Agentur
Staatsdoping wohl nicht nur in Russland

New York. Olivier Niggli, neuer Generaldirektor der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, warnt davor, nur Russland mit staatlich gedecktem Doping in Verbindung zu bringen. Der US-Nachrichtenagentur AP sagte Niggli am Donnerstag (Ortszeit): "Es ist in einem Land passiert. Aber es wäre naiv zu glauben, es ist nur ein Land." Deshalb werde die WADA ihre Kräfte gezielt auch auf andere Länder lenken. Russland hat bei den Winterspielen im heimischen Sotschi 2014 nach Erkenntnissen des unabhängigen Ermittlers Richard McLaren staatlich gedecktes Doping betrieben. Die WADA hatte auf Grundlage dieses sogenannten McLaren-Reports dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) empfohlen, Russland von den Sommerspielen in Rio de Janeiro auszuschließen. Die IOC-Spitze hatte das abgelehnt und sich für eine Einzelfallprüfung russischer Athleten ausgesprochen. Nur die Weltverbände der Leichtathleten und Gewichtheber hatten Russen nahezu komplett wegen systematischen Dopings den Start in Rio verweigert. Niggli ist seit Juli in der Spitzenposition. Der gelernte Jurist ist skeptisch in puncto Mentalitätswandel in Russland. "Es ist noch in weiter Ferne, zu hoffen, dass Dinge sich in Russland verändern und verbessern werden", sagte Niggli. Deshalb sei es wichtig, mit dem russischen Spitzensport gemeinsam ein System wirksamer Kontrollen aufzubauen.
(dpa)
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