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Flüchtlingsteam
Syrische Schwimmerin Mardini startet bei Rio-Spielen

Syrische Schwimmerin Ysra Mardini startet bei Rio-Spielen
Die syrische Schwimmerin Ysra Mardini ist vom IOC ins zehnköpfige Flüchtlingsteam berufen worden. FOTO: dpa, ms hpl nic
Lausanne. Das Flüchtlingsteam für Rio steht: Zehn Athleten - darunter auch die in Berlin lebende syrische Schwimmerin Ysra Mardini - werden bei den Olympischen Spielen in Rio (5. bis 21. August) an den Start gehen. Das teilte das Internationale Olympische Komitee (IOC) am Freitag mit.

"Ich bin glücklich, dass ich erstmals in der Geschichte der Olympischen Spiele die Namen eines Flüchtlingsteams bekannt geben kann. Das ist ein historischer Moment", sagte IOC-Präsident Thomas Bach.

"Das ist mein Traum, der wahr wird", sagte Mardini: "Jetzt wird die Motivation noch einmal größer, und ich zähle die Wochen bis zu dem Moment, in dem wir Flüchtlinge gemeinsam in das Olympiastadion einmarschieren."

Die Flüchtlingsteam ROA (Refugee Olympic Athlets) wohnt in Rio im Olympischen Dorf, bekommt vom IOC zwölf Offizielle (Trainer, Betreuer, Ärzte) gestellt. Die Athleten werden unter Olympischer Flagge starten und bei der Eröffnungsfeier als vorletzte Mannschaft vor den Gastgebern Brasilien ins Stadion einmarschieren.

Das IOC will mit der Gründung des Teams "ein Zeichen der Hoffnung für flüchtende Sportler auf der ganzen Welt" setzen. "Unser Ziel ist es, dass man irgendwann dieses Flüchtlingsteam nicht mehr braucht", sagte Bach.

Mardinis Bestzeit auf ihrer Paradestrecke über 200 m Freistil liegt bei 2:11 Minuten und damit deutlich über der Norm des Weltverbandes. Doch das IOC hatte die Messlatte für die Flüchtlinge nicht so hoch gelegt. Auch Mardinis Berliner Trainer Sven Spannekrebs ist in Rio mit dabei.

Die Schwimmerin war unter abenteuerlichen Bedingungen mit ihrer älteren Schwester Sarah in vergangenen Jahr aus Syrien nach Deutschland geflüchtet. Ihr Schlauchboot auf der Fahrt nach Lesbos hatte ein Leck, drohte unterzugehen. Die jungen Frauen sprangen ins Wasser und zogen das Boot fast drei Stunden zur griechischen Insel, retteten vielen womöglich das Leben.

Die Athleten im ROA-Team: Ysra Mardini (Syrien, Schwimmen), Rami Anis (Syrien, Schwimmen), Yonas Kinde (Äthiopien, Leichtathletik, Marathon), Yiech Pur Biel (Südsudan, Leichtathletik, 800 m), James Nyang Chiengjiek (Südsudan, Leichtathletik, 400 m), Anjelina Lohalith (Südsudan, Leichtathletik, 1500 m), Rose Lokonyen (Südsudan, Leichtathletik, 800 m), Paulo Lokoro (Südsudan, Leichtathletik, 1500 m), Yolande Mabika (Kongo, Judo), Popole Misenga (Kongo, Judo).

 

 

 

(dpa)
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