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Olympia-Start
Viele Staatschefs verzichten auf Eröffnungsfeier im Stadion

Deutsche Fahnenträger bei Sommerspielen
Deutsche Fahnenträger bei Sommerspielen FOTO: afp
Rio de Janeiro. An der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro werden wohl nur 37 Staats- und Regierungschefs teilnehmen. Das berichtet das Portal "O Globo" unter Berufung auf die nun geschlossene Liste für die Zeremonie am Freitagabend im Maracanã-Stadion. An der Copacabana wurde erneut gegen die Spiele protestiert.

Frankreichs Staatspräsident François Hollande, der in Rio für Olympia 2024 in Paris wirbt, und Argentiniens Präsident Mauricio Macri werden an der Eröffnungsfeier teilnehmen. Auch US-Außenminister John Kerry und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon werden anwesend sein. Bundespräsident Joachim Gauck musste kurzfristig wegen einer Zahn-Operation absagen.

Dilma Rousseff ist nicht dabei

Ursprünglich hatte die brasilianische Regierung mit 80 bis 100 Staats- und Regierungschef gerechnet. Interimspräsident Michel Temer wird die Spiele eröffnen, der frühere Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, der die Spiele 2009 nach Brasilien geholt hatte, wird nach bisherigen Informationen ebenso nicht zu der Eröffnungsfeier im Stadion erwartet wie die suspendierte Präsidentin Dilma Rousseff. Sie hatte die Bauprojekte der Spiele und die finanzielle Unterstützung durch die Regierung federführend mit auf den Weg gebracht. Es wird erwartet, dass Temer bei seiner kurzen Ansprache zur Eröffnung massiv ausgebuht wird. Temer soll laut brasilianischer Medienberichte daher nur ganz kurz reden und danach die Musik aufgedreht werden, um die Buh-Rufe zu übertönen.

Proteste an der Copacabana

Wenige Stunden vor der Eröffnungsfeier haben etwa dreihundert Demonstranten an der Copacabana gegen die Olympischen Spiele protestiert. In der Nähe der Beachvolleyball-Arena skandierten sie politische Parolen und hielten Schilder mit der Aufschrift "Nein zu den Olympischen Spielen!" in die Höhe. Weitere Kundgebungen im Vorfeld der Eröffnungsfeier im Maracana-Stadion waren angekündigt. Die Proteste richteten sich im Kern gegen den unpopulären Interimspräsidenten Temer und die hohen Olympia-Kosten in Zeiten wirtschaftlicher und sozialer Krisen. Allein in den Ausbau der Infrastruktur hatte Brasilien für die Spiele mehr als zehn Milliarden Dollar investiert.

170 deutsche Athleten nehmen an Zeremonie teil

Wie eine Sprecherin des Deutschen Olympischen Sportbundes mitteilte, werden rund 170 deutsche Athleten bei der Eröffnungsfeier ins Maracanã-Stadion einmarschieren. Fahnenträger der deutschen Mannschaft, die insgesamt 423 Sportler umfasst, ist Tischtennis-Ass Timo Boll.

(sb/dpa/sid)
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