Olympia in Peking: Wird die Eröffnungsfeier boykottiert?
zuletzt aktualisiert: 18.03.2008 - 14:55Düsseldorf (RPO). Der französische Außenminister Bernard Kouchner hat die Politiker der Europäischen Union aufgefordert, einen Boykott der Olympia-Eröffnung am 8. August in Peking zu erwägen, falls die chinesische Regierung auch weiter nicht zu einer gewaltfreien Auseinandersetzung mit Tibet bereit ist.
"Was mich persönlich betrifft, so bin ich für diese interessante Idee sehr offen", sagte der Politiker und Mitbegründer der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" am Dienstag in Paris. Kouchner will bei einem Treffen der EU-Außenminister noch in diesem Monat eine Diskussion zu dem Thema anregen. Gleichzeitig versicherte er, dass die französische Regierung keinerlei Pläne habe, die Spiele komplett zu boykottieren: "Das wäre nicht richtig."
Hans-Gert Pöttering, der Präsident des Europäischen Parlaments, hatte im Gespräch mit dem Deutschlandfunk am Dienstag den Anstoß zum Boykott der Eröffnungsfeier gegeben: "Man muss den Chinesen signalisieren, dass Politiker, die wie ich ihren Olympia-Besuch bereits zugesagt haben, diese Entscheidung möglicherweise noch einmal überdenken könnten. Man fragt sich schließlich, ob man damit seiner Verantwortung gerecht würde."
Dieser Meinung schloss sich die Menschenrechts-Organisation Human Rights Watch mit Sitz in New York an. "So gerne Politiker aus allen Ländern ihren Athleten applaudieren, sie sollten nicht durch ihre Anwesenheit in Peking die chinesischen Aggressionen tolerieren", sagte ihr Sprecher Kenneth Roth.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







