Maria Riesch hat den Olympischen Slalom gewonnen. Doch statt die pure Freude rauszulassen, musste sie sich nach ihrem zweiten Gold in Vancouver zunächst um ihre Schwester kümmern, die im zweiten Lauf nach Zwischenbestzeiten ausgeschieden war.
Was genau war passiert? Den möglichen "Sister Act" im dichten Schneetreiben verpasste Rieschs jüngere Schwester Susanne nur knapp.
Als Vierte des ersten Laufs hatte sie Bronze in Reichweite, als sie mit Zwischenbestzeit zwölf Tore vor dem Ziel einfädelte.
Im Athleten-Zelt war sie untröstlich, sie wollte ihrer Schwester Maria gratulieren, aber sie konnte sich nur noch festhalten, brauchte Trost.
Den bekam sie später auch von ihrer Mutter, die bis auf weiteres darauf verzichtete, mit Maria zu jubeln. Stattdessen galt ihr ganzes Mitgefühl der zweiten Tochter.
Susanne wird einige Zeit brauchen, um den Ausfall-Schock zu verdauen.
Doch sie hat den Großteil ihrer Karriere noch vor sich und wird ihre wieder ihre Chance bekommen.
So wurde in der Nacht dann auch endlich ausgelassen angestoßen.
Maria in der Elternzange.
Mutter Monika (links) und Vater Sigi (rechts) konnten ihren Stolz kaum verbergen.