| 17.10 Uhr

Olympische Winterspiele in Pyeongchang
Das sind die Geheimtipps für eine Medaille

Olympia 2018: Die deutschen Geheimfavoriten
Der Snowboarder Paul Berg könnte für eine Überraschung sorgen. FOTO: dpa, pse
Pyeongchang. Es sind Namen wie Laura Dahlmeier oder Richard Freitag, die schon fast als Synonym für eine Olympia-Medaille gelten. Von ihnen wird ein Erfolg erwartet. Aber auch in Pyeongchang gibt es sie, die Geheimtipps aufs Treppchen.  Von Thomas Nowag

Ein Sieg eines Underdogs - oft ist es genau das, was viele Fans sehen möchten. Der Favorit verliert, der vermeintliche Außenseiter gewinnt. Wir geben einen Überblick über Geheimtipps im deutschen Olympia-Team.

Paul Berg (26), Snowboardcross

Die Google-Suche ergibt zuerst einen amerikanischen Nobelpreisträger für Chemie. Das wird wohl auch so bleiben. Aber: Paul Berg gewann im Dezember den Weltcup in Val Thorens - und sagte darüber selbst: "Unverhofft kommt oft. Es ist megageil." Vielleicht auch in Pyeongchang.

Vinzenz Geiger (20), Nordische Kombination

Im deutschen Olympiateam schlägt der Geiger-Zähler dreifach aus. Vinzenz Geiger, Kombinierer, ist über ziemlich viele Ecken mit Karl (Skispringen) und Christina (Ski alpin) verwandt. Stand lange im Schatten von Eric Frenzel, Johannes Rydzek und Fabian Rießle. Dort entwickelte sich der Junioren-Weltmeister von 2017 prächtig und zeigte sein Können, als er beim Seefeld-Triple Vierter wurde. Ihm gehört die Zukunft - vielleicht aber auch schon ein Teil der Gegenwart.

Markus Eisenbichler (26), Skispringen

Liebt Poker, Schafkopf, Squash, seinen Mehrtagebart - und Skispringen. Springt eine Saison im Schatten von Richard Freitag und Andreas Wellinger, es fehlt die Konstanz. Aber: Bei Olympia gibt es noch den etwas antiquiert wirkenden Wettkampf von der Normalschanze, der im Weltcup längst eingemottet ist. Auf dem kleinen Bakken kann Eisenbichler seine Stärken ausspielen, bei der WM vor einem Jahr holte er Bronze im Einzel und Gold im Mixed. "Mit Markus ist zu rechnen", sagt Bundestrainer Werner Schuster.

Moritz Geisreiter (30), Eisschnelllauf

Pflegt das klare Wort. Der Dopingskandal der Russen widere ihn an, sagt er, "da ist so viel Politik im Spiel". Und sportlich? Ja, die Niederländer sind zu stark, ja, es muss alles passen. Aber eine kleine Chance gibt es. Geisreiter hat sich auf den Langstrecken an die Weltspitze herangearbeitet. Beim Weltcup in Salt Lake City stand er als Dritter über 5000 m erstmals auf dem Podest. "Richtig zufrieden wäre ich mit einer Top-5-Platzierung", sagt er. Vielleicht mit Platz drei?

Axel Jungk (26), Skeleton

Das "k" gehört wirklich ans Namensende. Polizeimeister aus Zschopau mit eigenem Fanklub. Nicht sooo wahnsinnig geheim, doch eine Medaille wäre eine Überraschung. Ging nach seinem Weltcup-Premierensieg am Königssee "mit Freunden Billard spielen und Bier trinken". In Pyeongchang würde die Party wohl etwas größer: Es besteht die Chance auf Bronze.

Roman Rees (24), Biathlon

Die Homepage zeigt nur einen Bulldozer: im Aufbau. Zollangestellter vom SV Schauinsland in Hofsgrund/Baden-Württemberg. "Es ist schwierig in Worte zu fassen, welche Glanzleistung Roman vollbracht hat", jubelt der SVS. Rees war in Ruhpolding Vierter geworden - das war das direkte Olympiaticket: "Es ist ein Traum, ich bin superglücklich und fühle mich klasse." Na dann los.

(sid)
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Olympia 2018: Die deutschen Geheimfavoriten


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.