| 13.25 Uhr

Olympische Winterspiele
Biathletin Dahlmeier holt erstes deutsches Gold

Dahlmeier hüpft freudestrahlend aufs Podest
Dahlmeier hüpft freudestrahlend aufs Podest FOTO: ap, JDA
Pyeongchang. Cool am Schießstand, schnell in der Loipe: Biathlon-Star Laura Dahlmeier ist zum ersten deutschen Gold bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang gestürmt. Die siebenmalige Weltmeisterin trotzte den schwierigen Verhältnissen im 7,5-km-Sprint und krönte mit 24 Jahren ihre bisher schon so traumhaft verlaufende Karriere.

Bei ihrer Zielankunft reckte Dahlmeier kurz die Arme in die Höhe, klopfte sich energisch mit der Hand auf die Brust und sank dann erschöpft in den Schnee.

Dahlmeier holt erstes deutsches Gold FOTO: dpa, hpl jbu

Mit zehn Treffern bei zehn Schüssen blieb Deutschlands Sportlerin des Jahres als einzige Favoritin fehlerfrei und verwies die Norwegerin Marte Olsbu (1 Schießfehler/+24,2 Sekunden) und die Tschechin Veronika Vitkova (1/+25,8) auf die Plätze zwei und drei. Dahlmeier (Partenkirchen) verschaffte sich damit zudem die beste Ausgangsposition für die Verfolgung über zehn Kilometer am Montag (19.10 Uhr OZ/11.10 MEZ).

Schmach von Sotschi ist vergessen

Durch Dahlmeiers Sieg tilgten die deutschen Biathletinnen gleich im ersten Wettkampf in Südkorea die Schmach von Sotschi. Bei den Winterspielen vor vier Jahren waren die Athletinnen des Deutschen Skiverbandes (DSV) ohne Medaille geblieben. Dahlmeier trat mit ihrem Triumph zudem in die Fußstapfen von Kati Wilhelm, die 2002 für ein deutsches Olympiagold im Sprint gesorgt hatte.

Laura Dahlmeier: Biathlon-Olympiasiegerin und passionierte Wanderin FOTO: dpa

Die anderen deutschen Starterinnen boten unter den Augen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Alpensia Biathlon Centre ebenfalls eine gute Leistung. Vanessa Hinz (Schliersee/1/+40,3) lief auf einen starken fünften Platz, Franziska Hildebrand (Clausthal-Zellerfeld/+53,7) landete nach ebenfalls einem Fehler im Stehendanschlag knapp außerhalb der Top-10-Plätze. Die eigentlich so laufstarke Denise Herrmann (Oberwiesenthal/2/+1,19,6 Minuten) zeigte hingegen ungewohnte Schwächen in der Loipe und kam nicht unter die besten 15.

Favoritinnen schwächeln am Schießstand

"Man wird ein bisschen Glück brauchen", prognostizierte Bundestrainer Gerald Hönig angesichts der schwierigen Windverhältnisse kurz vor dem Start und forderte "ein konsequentes Auftreten" am Schießstand. Das zeigte Dahlmeier. Während die anderen Favoritinnen um Anastasiya Kuzmina (Slowakei), Darja Domratschewa (Weißrussland) und Kaisa Mäkäräinen (Finnland) reihenweise Fehler schossen, blieb Dahlmeier cool. Sie reagierte auf den wechselnden Wind, nahm sich zwischen den Schüssen auch einmal etwas mehr Zeit und räumte am Ende alles ab.

Alle Olympiasieger von Pyeongchang FOTO: dpa, hpl jbu

Auch auf der Strecke mit ihren kurzen Anstiegen zeigte sich Dahlmeier in glänzender Verfassung. Mit viel Entschlossenheit stürmte sie nach dem Start direkt den ersten kleinen Anstieg hoch - es sollte symbolisch für den Rest eines für sie unvergesslichen Rennens sein.

Am Sonntag (20.15 Uhr OZ/12.15 MEZ) steht der 10-km-Sprint der Männer auf dem Programm. Dabei steht das Duell zwischen dem zweimaligen Olympiasieger Martin Fourcade (Frankreich) und dem Norweger Johannes Thingnes Bö im Mittelpunkt. Die deutschen Starter Simon Schempp, Benedikt Doll, Erik Lesser und Arnd Peiffer schielen zumindest auf Bronze.

(can)
 
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