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Russischer Curler
Gedopter Kruschelnizki von Olympia ausgeschlossen

Dopingfall offiziell: Curler Alexander Kruschelnizki von Olympia ausgeschlossen
FOTO: dpa, nic
Pyeongchang. Der russische Olympia-Curler Alexander Kruschelnizki hat einen Dopingverstoß eingeräumt. Der Sportgerichtshof CAS nimmt ihm Olympia-Bronze weg. Welche Auswirkungen hat der Vorgang auf die IOC-Entscheidung über die Teilnahme der Russen an der Schlussfeier?

Nach dem erneuten Doping-Sündenfall müht sich die geächtete Sportmacht Russland mit zartem Entgegenkommen um die Wiederaufnahme ins IOC bei der Olympia-Schlussfeier. Curler Alexander Kruschelnizki gab einen Verstoß gegen die Anti-Doping-Regeln bei den Winterspielen von Pyeongchang zu.

In einem schriftlichen Verfahren entschied der Sportgerichtshof CAS am Donnerstag, dass der 25-Jährige und seine Frau Anastassija Brysgalowa, mit der er bei der olympischen Premiere des Mixed-Wettbewerbs angetreten war, ihre Bronzemedaillen verlieren. Kruschelnizki sei schuldig und werde von den Spielen ausgeschlossen.

Das IOC erklärte am Donnerstagabend: "Sobald die Ergebnisse von der World Curling Federation angepasst wurden und der Athlet den Verstoß gegen die Anti-Doping-Regeln akzeptiert hat, wird das IOC sein Bestes geben, um die Medaillenumverteilung in Pyeongchang zu organisieren."

Der CAS verwies darauf, dass der Athlet "eine vorläufige Suspendierung über den Zeitraum der Spiele hinaus angenommen" habe und sich das Recht vorbehalte, "die Aufhebung oder die Verringerung einer Sperre nach Abschluss der Spiele zu beantragen, falls kein Verschulden oder keine Fahrlässigkeit vorliegt", schrieb der CAS. Russland und Kruschelnizki vermuten, dass ein Getränk des Curlers vorsätzlich mit Meldonium vermischt worden ist.

Am Tag zuvor schon hatte die russische Seite bekanntgeben, dass sie auf eine Anhörung beim CAS verzichtet. Die Russen, die seit Verhängung von Sanktionen in Folge des Manipulationsskandsals von Sotschi am 5. Dezember auf Konfrontationskurs zum IOC gegangen waren, ruderten damit zum ersten Mal ein Stückchen zurück. Möglicherweise versprechen sie sich von dieser Haltung eine größere Chance, dass das IOC am Wochenende die Sanktionen gegen ihr Nationales Olympisches Komitee aufhebt und den Sportlern gestattet, hinter ihrer Flagge zur Schlussfeier am Sonntag einzulaufen.

Mutmaßlich ist auch ein Gespräch zwischen IOC-Präsident Thomas Bach und Igor Lewitin, dem Vizepräsidenten des russischen NOK und Vertrauten von Russlands Präsident Wladimir Putin, in diesem Zusammenhang von Bedeutung. IOC-Sprecher Mark Adams spielte die Bedeutung der Begegnung in Pyeongchang herunter: "Das war nur ein vierminütiges Gespräch." Bach habe Lewitin zum Geburtstag gratuliert und sich ansonsten mit ihm so ausgetauscht, wie er es mit Vertretern anderer Nationen tue. Der Kontakt passt aber ins Bild der Annäherung zwischen IOC und Russland.

Adams wollte nicht bestätigen, dass die Russen umgerechnet rund zwölf Millionen Euro für den Anti-Doping-Kampf gezahlt haben. Der Betrag soll eine Kompensation der Kosten sein, die das IOC im Zuge der Untersuchungen des Sotschi-Skandals hatte.

Voraussichtlich erst am Tag der Schlussfeier entscheidet das IOC, ob die russischen Sportler hinter ihrer Fahne zur Zeremonie ins Stadion einziehen werden. Das IOC-Exekutivkomitee werde am Samstagnachmittag die Empfehlung einer dreiköpfigen Untersuchungskommission anhören, sagte IOC-Sprecher Adams. "Danach entscheiden wir über die nächsten Schritte." Die IOC-Session, die am Sonntagvormittag tagt, werde den Fall dann "natürlich diskutieren". Das Exekutivkomitee würde mit diesem Ablauf die Vollversammlung der IOC-Mitglieder noch um politische Rückendeckung bitten. Rechtlich bindend ist laut Auskunft des IOC aber schon eine Entscheidung der Exekutive.

Eine dreiköpfige Kommission unter Vorsitz von IOC-Mitglied Nicole Hoevertsz von den Niederländischen Antillen prüft derzeit, ob die ohne Flagge und Hymne antretenden "Olympischen Athleten aus Russland" während der Spiele von Pyeongchang den Verhaltenskodex befolgen, den ihnen das IOC auferlegt hatte. Grund für die Sanktionen war die groß angelegte Manipulation während der Winterspiele 2014 in Sotschi.

(dpa)
 
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