Sieg in der Super-Kombination: Bode Millers Höllenritt zum Gold
zuletzt aktualisiert: 21.02.2010 - 22:08Whistler (RPO). Skirennfahrer Bode Miller aus den USA hat seine erste olympische Goldmedaille gewonnen und damit seinen Medaillensatz bei den Winterspielen von Vancouver komplettiert.
Der viermalige Weltmeister siegte nach einem wahren "Höllenritt" in der Super-Kombination nach der Abfahrt und einem Slalomlauf mit 33 Hundertstelsekunden Vorsprung vor dem Kroaten Ivica Kostelic.
Weitere sieben Hundertstel zurück lag auf Platz drei der Schweizer Silvan Zurbriggen. Bode Miller hatte in Whistler Creekside zuvor Silber im Super-G und Bronze in der Abfahrt gewonnen. Stephan Keppler aus Ebingen hatte mit 4,87 Sekunden Rückstand auf Bode Miller mit der Entscheidung nichts zu tun.
Vor vier Monaten hatte Bode Miller noch über ein Ende seiner schillernden Karriere nachgedacht, jetzt ist er erstmals Olympiasieger. Der exzentrische Amerikaner krönte seine spektakuläre Laufbahn mit dem Triumph in der Super-Kombination. In Whistler hatte Miller zuvor schon Bronze in der Abfahrt und Super-G-Silber gewonnen, bei den Spielen 2002 in Salt Lake City außerdem zweimal Silber.
Geb. am 12. Oktober 1977 in Franconia
Größe: 1,88 Meter
Gewicht: 92 Kilogramm
Größte Erfolge: Olympiasieger 2010 in der Super-Kombination, Olympiazweiter 2010 im Super-G und Dritter in der Abfahrt, Olympiazweiter 2002 in der Kombination und im Riesenslalom, Weltmeister 2003 in der Kombination und im Riesenslalom, Weltmeister 2005 im Super-G und in der Abfahrt.
Grundstein mit Platz sieben in der Abfahrt
Miller legte den Grundstein zu seinem Coup mit Platz sieben in der Abfahrt, mit seinem besten Slalom-Lauf seit Jahren und dritter Laufzeit krönte er sich zum besten Alpin-Allrounder der Spiele von Vancouver. Für das US-Ski-Team war Millers Gold bereits die achte Medaille am "Klondike" im Ortsteil Creekside.
Insgesamt 2:44,92 Minuten benötigte Miller für seine Fahrt in den Olymp. Ivica Kostelic aus Kroatien, 2006 in Turin schon Zweiter in der Kombination, gewann 0,33 Sekunden dahinter erneut Silber. Die Bronzemedaille holte der Schweizer Silvan Zurbriggen (0,40). Mitfavorit Aksel Lund Svindal (Norwegen), der nach der Abfahrt vorne gelegen hatte, schied im Slalom kurz vor dem Ziel aus.
Stephan Keppler, einziger Starter des Deutschen Skiverbandes (DSV), zeigte bei seinem letzten Einsatz erneut eine enttäuschende Vorstellung und kam nicht unter die Top 20. In der Spezialabfahrt hatte der Ebinger Platz 24 belegt, im Super-G war er ausgeschieden. "Olympia - das war nix für mich", sagte der 27-Jährige.
Miller dagegen war selig. Zeit seiner Laufbahn war er auf der Suche nach dem perfekten Schwung, im Spätherbst seiner Karriere hat er ihn jetzt doch noch gefunden. Als Svindal auschied, zeigte er dennoch zunächst kaum eine Regung.
Gefeiert, gefrustet, gelangweilt: Die drei Großereignisse nach seinem Doppel-Gold bei der WM 2005 in Bormio liefen für Miller alles andere als zufriedenstellend. Ob nun bei Olympia in Turin oder den Welt-Titelkämpfen von Are und Val d'Isere: Der 32-Jährige ging stets leer aus. Und auch am Rande der Piste präsentierte er sich meist als übellauniger Ex-Star mit Allüren, wenn er nicht gerade die Bars und Herzen beliebiger Blondinen eroberte.
Miller ging eigenen Weg
Miller sagte sich vom US-Team los und ging seinen eigenen Weg, war damit aber auch nicht erfolgreicher. Im Sommer schien es dann, als habe er nach 31 Weltcup-Siegen abgeschlossen mit dem Sport, den er einst liebte. "Ich war völlig raus", sagte er über die Pause, während der er meist zu Hause auf der Couch saß und sich um seine kleine Tochter Dacey kümmerte.
Doch der Sport ließ ihn nicht los. Miller entschied sich, doch weiterzumachen, "um andere zu ispireiren und mich selbst stolz zu machen". Das hat er in Whistler getan.
Ski alpin, Männer, Super-Kombination in Whistler Creekside:
Gold: Bode Miller (USA) 2:44,92 Minuten (Abfahrt: 1:53,91+Slalom: 51,01)
Silber: Ivica Kostelic (Kroatien) 0,33 Sekunden zurück (1:54,20+51,05)
Bronze: Silvan Zurbriggen (Schweiz) 0,40 (1:53,88+51,44),
4. Carlo Janka (Schweiz) 0,62 (1:53,65+51,89)
5. Ted Ligety (USA) 0,90 (1:55,06+50,76)
6. Benjamin Raich (Österreich) 1,21 (1:54,70+51,43)
7. Ondrej Bank (Tschechien) 1,27 (1:55,17+51,02)
8. Christof Innerhofer (Italien) 1,53 (1:54,55+51,90)
9. Kjetil Jansrud (Norwegen) 1,58 (1:55,44+51,06)
10. Will Brandenburg 2,14 (1:56,28+50,78)
11. Andrew Weibrecht (beide USA) 2,66 (1:55,23+52, 35)
12. Adrien Theaux (Frankreich) 3,05 (1:55,05+52,92)
13. Dominik Paris (Italien) 3,07 (1:53,54+54,45)
14. Sandro Viletta (Schweiz) 3,27 (1:55,72+52,47)
15. Ryan Semple (Kanada) 3,34 (1:56, 13+52,13)
... 24. Stephan Keppler (Ebingen) 4,87 (1:56,09+53,70)
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