Bob: Martini stürzt - Medaille verpasst
zuletzt aktualisiert: 25.02.2010 - 04:11Whistler (RPO). Die deutschen Bob-Frauen haben die Erwartungen bei den Winterspielen nicht erfüllt und sind leer ausgegangen. Turin-Olympiasiegerin Sandra Kiriasis (Winterberg) musste sich im Whistler Sliding Centre mit Platz vier begnügen, Claudia Schramm (Oberhof) wurde Siebte.
Eine Schrecksekunde gab es für Cathleen Martini (Oberbärenburg). Die Europameisterin stürzte im letzten Lauf, dabei wurde ihre Anschieberin Romy Logsch (Riesa) aus dem Bob geschleudert. Das Duo blieb glücklicherweise unverletzt.
"Wir sind heile. Ein paar blaue Flecken haben wir mitgenommen, aber alles halb so schlimm. Schöne Grüße nach Hause", sagte Martini nach dem Sturz. Anschieberin Logsch blieb ebenfalls unversehrt: "Soweit ist alles in Ordnung. Wir stehen jetzt hier und können schon wieder lachen. Das ist die Hauptsache."
Damit verpasste das hoch gehandelte Trio die zehnte Medaille des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD) bei den Winterspielen. Doch am Ende waren alle nur froh darüber, dass bei dem spektakulären Sturz von Martini/Logsch nicht mehr passiert war.
Keine ernsthaften Verletzungen
Anschieberin Romy Logsch hat bei ihrem Sturz mit Pilotin Cathleen Martini offenbar keine schwerwiegenden Verletzungen erlitten. "Der Knöchel ist dick und meine Schulter ist blau. Eine Bobbahn ist eben kein Seidentuch. Es geht mir den Umständen entsprechend gut", sagte die 28-Jährige, die aus dem Schlitten geschleudert worden war und durch die Reibung auf dem Eiskanal auch Verbrennungen erlitten hat. Martini klagte derweil über Prellungen am Arm und wurde nach dem Rennen vom Arzt behandelt.
Doppelsieg für Kanada
Den Olympiasieg sicherte sich nach vier Läufen Kaillie Humphries. Die Kanadierin hielt dem Druck vor ihrem Heimpublikum stand und verteidigte ihre Halbzeitführung erfolgreich. Am Ende lag Humphries 0,85 Sekunden vor der zweiten Kanadierin Helen Upperton. Die Amerikanerin Erin Pac holte Bronze.
"Das hat sich schon am ersten Tag abgezeichnet", sagte BSD-Sportdirektor Thomas Schwab. Nach zwei Durchgängen lag die fünfmalige Saisonsiegerin Martini immerhin noch auf dem dritten Rang, doch insgesamt brachte die 27-Jährige keine fehlerfreie Fahrt im olympischen Eiskanal hinunter. Dann kam es im abschließenden Lauf zum schlimmen Zwischenfall.
"Bin ich behindert, oder was?"
Auch Kiriasis hatte große Probleme. Die erfolgreichste Pilotin der Welt bekam mit Anschieberin Christin Senkel (Winterberg) den Hochgeschwindigkeitskurs schon im Training nicht richtig in den Griff. Das setzte sich im Rennen fort. Schon am Start verlor das Duo viel Zeit auf die am Ende souverän siegende Humphries, die ihren Heimvorteil nutzte. "Bin ich eigentlich behindert, oder was?", schrie Kiriasis enttäuscht nach dem letzten Durchgang.
Im Gegensatz zu den meisten anderen Fahrerinnen hatten Humphries und Upperton zahlreiche Trainingsfahrten im Vorfeld der Winterspiele auf der Bahn in Whistler. Die deutschen Pilotinnen konnten trotz ihres guten Materials nicht dagegenhalten.
Obwohl die umstrittene Eisrinne in den vergangenen Tagen durch Eisabbau weiter entschärft worden war, kam es bereits vor Martini zu zwei weiteren Stürzen. Im dritten Lauf kippte die Britin Nicola Minichiello um, sie blieb aber wie ihre Bremserin Gillian Cooke unverletzt. Das galt auch für das russische Duo Olga Fedorowa/Julia Timofejewa, das im vierten Durchgang stürzte.
Statistik:
Bob, Frauen, Zweier im Whistler Sliding Centre:
Gold: Kaillie Humphries/Heather Moyse (Kanada) 3:32,28 Min.
(53,19/1.+53,01/1.+52,85/1.+53,23/2.)
Silber: Helen Upperton/Shelley-Ann-Brown (Kanada)
0,85 Sek. zur.
(53,50/4.+53,12/3.+53,34/3.+53,17/1.)
Bronze: Erin Pac/Elana Meyers (USA) 1,12
(53,28/2.+53,05/2.+53,29/2.+53,78/8.),
4. Sandra Kiriasis/Christin Senkel (Winterberg) 1,53 (53,41/3. +53,23/4.+53,58/6.+53,59/5.), 5. Bree Schaaf/Emily Azevedo 1,77 (53, 76/7.+53,33/5.+53,56/5.+53,40/3.), 6. Shauna Rohbock/Michelle Rzepka (alle USA) 1,78 (53,73/6.+53,36/6.+53,53/4.+53,44/4.), 7. Claudia Schramm/Janine Tischer (Oberhof/Meiningen) 2,40 (53,65/5. +53,57/7.+53,81/7.+53,65/8.), 8. Esme Kamphuis/Tine Veenstra (Niederlande) 2,86 (53,81/8.+53,59/9.+54,09/11.+53,65/6.), 9. Anastassia Skulkina/Jelena Doronina (Russland) 3,65 (54,38/15.+53, 64/10+54,08/10+53,83/10.), 10. Fabienne Meyer/Hanne Schenk (Schweiz) 3,85 (54,04/10.+54,27/12.+54,00/9.+53,82/9.), 11. Paula Walker/Kelly Thomas (Großbritannien) 3,90 (54,19/13.+53,58/8.+54, 47/14.+53,94/11.), 12. Sabina Hafner/Caroline Spahni (Schweiz) 4,56 (54,18/12.+54,70/18.+53,87/8.+54,09/12.), 13. Jessica Gillarduzzi/Laura Curione (Italien) 4,75 (54,15/11.+54,37/13.+54, 40/12.+54,11/13.), 14. Elfie Willemsen/Eva Willemarck (Belgien) 5, 20 (54,27/14.+54,40/14.+54,64/15.+54,17/14.), 15. Carmen Radenovic/Alina Savin (Rumänien) 5,99 (54,41/17.+54,46/15.+54,82/18. +54,58/16.), ... Cathleen Martini/Romy Logsch (Oberbärenburg/Riesa) im letzten Lauf gestürzt 2:39,99 (53,28/2.+53,32/5.+53,39/4.) (
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