Langlauf, Teamsprint der Damen: Sensations-Gold für Deutschland
zuletzt aktualisiert: 22.02.2010 - 23:27Vancouver (RPO). Damit hat niemand gerechnet: Evi Sachenbacher-Stehle (Reit im Winkel) und Claudia Nystad (Oberwiesenthal) haben sensationell die Goldmedaille im Teamsprint der Langläuferinnen gewonnen.
Das deutsche Duo, das bereits 2002 Gold und 2006 Silber mit der Staffel geholt hatte, siegte in der Loipe von Whistler mit 0,6 Sekunden Vorsprung vor Schweden. Bronze ging an Russland.
"Das ist ein genialer Traumtag für den deutschen Skilanglauf", sagte Bundestrainer Jochen Behle. Sachenbacher-Stehle rannte mit einem glücklichen Lächeln wie entfesselt durch den Zielraum: "Das ist vielleicht geil, das hättet ihr alle nicht gedacht." Nystad hob ihre Kollegin hoch: "Gold - das ist Wahnsinn. Wir haben perfekt harmoniert. Ich habe auf der Zielgerade alles gegeben, war fix und fertig - aber es hat gereicht". Mit 0,6 Sekunden Vorsprung vor der Schwedin Anna Haag stürmte sie über die Ziellinie und fiel jubelnd in den Schnee.
Damentrainer Janko Neuber sprach von einer "Riesenüberraschung für uns alle. Der Rest von Olympia ist jetzt eine Zugabe zum genießen." Nicht ganz so wortreich gab sich Axel Teichmann nach dem Gewinn der Silbermedaille: "Mir geht es gut, aber ich kann gerade mal keine Plattitüden bedienen." Tscharnke hatte dafür mehr zu sagen: "Es ist ein Riesengefühl, auf dem Podium zu stehen."
Olympiasieger im Stenogramm: Sachenbacher-Stehle/Nystad
Evi Sachenbacher-Stehle (Reit am Winkel):
Geboren: 27. November 1980
Größe: 1,62 Meter
Gewicht: 55 Kilogramm
Größte Erfolge: Olympiasiegerin 2010 im Teamsprint, Staffel-Olympiasiegerin 2002, Olympia-Zweite 2002 im Sprint, Staffel-Olympia-Zweite 2006, Staffel-Weltmeisterin 2003
Claudia Nystad (Oberwiesenthal):
Geboren: 1. Februar 1978 in Zschopau
Größe: 1,68 Meter
Gewicht: 60 Kilogramm
Größte Erfolge: Olympiasiegerin 2010 im Teamsprint, Staffel-Olympiasiegerin 2002, Olympia-Zweite 2006 im Sprint, Staffel-Olympia-Zweite 2006, Staffel-Weltmeisterin 2003, WM-Zweite 2003 im Sprint
Ein Gefühl, das Evi Sachenbacher-Stehle und Claudia Nystad schon kannten. Mit Zöpfen wie beim deutschen Staffel-Olympiasieg von 2002 stürmte das Duo zum Triumph im Teamsprint und beendete die Medaillenkrise der deutschen Skilangläuferinnen mit einem Paukenschlag. Es war das vierte deutsche Olympiagold im Skilanglauf. 1980 hatte die DDR zweimal Gold geholt, 2002 dann die Damen-Staffel mit Sachenbacher-Stehle und Nystad. Das Duo holte nun seinen zweiten Olympiasieg.
Jochen Behle war voll des Lobes: "Das ist höchst sensationell. Die Mädels haben einfach alles richtig gemacht, was man richtig machen kann." Er bescheinigte Sachenbacher-Stehle eine "Superleistung" und lobte Nystad für ihre Nervenstärke: "Sie hat eine unglaubliche Ruhe ausgestrahlt und das Ding gezogen."
"Die allergrößte Überraschung"
"Wahnsinn, das ist die allergrößte Überraschung dieser Spiele", sagte Verbands-Sportdirektor Thomas Pfüller mit feuchten Augen: "Die Entscheidung war goldrichtig, dass wir uns hier voll auf die Teamrennen konzentriert haben."
Zwei Tage nach dem Silberlauf von Tobias Angerer hatte es das deutsche Duo trotz eines Sturzes von Sachenbacher-Stehle im Halbfinale souverän in den Endlauf geschafft. Im Finale drehten die beiden Deutschen richtig auf. Sachenbacher riss nach einem Sturz zu Beginn taktisch klug eine Lücke.
So kämpften von Beginn an nur vier Teams um die drei Medaillen. Beim letzten Wechsel führte Schweden 0,1 Sekunden vor Deutschland. Nystad, die extra auf das Jagdrennen verzichtet hatte, suchte ihr Heil in der Flucht, doch Schweden hielt mit Anna Haag dagegen. Haag schien sich schon abzusetzen, doch mit Raketen-Ski fuhr Nystad in der letzten Abfahrt vorbei und raste mit letzter Kraft zum Sieg. Behle: "Unsere Ski waren uglaublich. Ein großes Lob an die Techniker."
Skilanglauf, Frauen, Teamsprint im Whistler Olympic Park:
Gold: Deutschland (Evi Sachenbacher-Stehle/Reit im Winkl, Claudia Nystad/Oberwiesenthal) 18:03,7 Minuten
Silber: Schweden (Charlotte Kalla/Anna Haag) 0:00,6 Min
Bronze: Russland (Irina Chasowa/Natalia Korostelewa) 0:04,0,
4. Italien (Magda Genuin/Arianna Follis) 0:10,5
5. Norwegen (Astrid Jacobsen/Celine Brun-Lie) 0:29,1
6. USA (Compton/Randall) 0:47,9
7. Kanada (Gaiazova/Renner) 0:48,1
8. Finnland (Riitta-Liisa Ropoinen/Riikka Sarasoja) 0:52,9
9. Polen (Marek/Jaskowiec) 0:55,4
10. Frankreich (Laurent Philippo/Barthelemy) 1:00,5
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