Deutsche Skeleton-Damen: Silber und Bronze für Szymkowiak und Huber
zuletzt aktualisiert: 20.02.2010 - 10:10Whistler (RPO). Kopfüber ins Glück: Kerstin Szymkowiak und Anja Huber haben für Deutschland die ersten Olympia-Medaillen im Skeleton erobert. Die 32-jährige Szymkowiak von der RSG Hochsauerland raste im schnellsten Eiskanal der Welt im Whistler Sliding Centre zu Silber, Europameisterin Huber holte nach toller Aufholjagd im letzten Durchgang Bronze. Nur die britische Olympiasiegerin Amy Williams war am Ende zu stark für die beiden deutschen Frauen.
"Das ist ein historischer Moment", sagte Bundestrainer Jens Müller. Zuvor nahm er seine erfolgreichen Frauen im Zieleinlauf strahlend in Empfang. Szymkowiak konnte ihr Glück kaum fassen: "Das ist krass. Nur Bronze wäre schon geil gewesen. Aber jetzt sind es sogar zwei Medaillen. Das ist der Hammer", sagte die WM-Dritte. Huber fügte überglücklich hinzu: "Ich bin einfach super happy. Es war mein ganz großes Ziel, eine Medaille zu holen." Weltmeisterin Marion Trott (Oberhof) musste sich mit Rang acht begnügen.
Die deutschen Männer gingen auf dem olympischen Hochgeschwindigkeitskurs hingegen leer aus. Frank Rommel (Zella-Mehlis) verbuchte als Siebter das beste Resultat des deutschen Trios beim Sieg des Kanadiers Jon Montgomery, der im letzten Lauf den lettischen Europameister Martins Dukurs noch abfing. Bronze holte der Russe Alexander Tretjakow. Sandro Stielicke (Winterberg) wurde Zehnter, Michi Halilovic (Königssee) kam auf den 13. Platz.
Umso erfreulicher war das Ergebnis der beiden Zimmerkolleginnen Szymkowiak und Huber, die nach fünf Rodel-Medaillen im Eiskanal ebenfalls die Erfolgsspur fanden. "Das ist toll. Ich habe mit einer Medaille geliebäugelt, zwei Medaillen habe ich allerdings überhaupt nicht erwartet", sagte der deutsche Verbandspräsident Andreas Trautvetter. Sportdirektor Thomas Schwab fügte anerkennend hinzu: "Enorm, was die Damen im letzten Lauf aufgeholt haben."
Szymkowiak lag nach vier Läufen mit ihrem Schlitten "Ice Tiger" 0,56 Sekunden hinter Williams zurück, die das erste Einzel-Gold bei Winterspielen seit 30 Jahren für Großbritannien holte. Anja Huber (Berchtesgaden) hatte einen Rückstand von 0,72 Sekunden. Nach dem dritten Lauf war Huber noch Fünfte gewesen, kämpfte sich aber noch nach vorne. Dabei profitierte die 26-Jährige von einem Patzer von Mellisa Hollingsworth im letzten Lauf. Die favorisierte Kanadierin fiel dadurch noch vom zweiten Platz auf Rang fünf zurück und war danach bitter enttäuscht.
Amy Williams wurde knapp fünf Stunden nach ihrem Triumph im Eiskanal am "grünen Tisch" als Olympiasiegerin bestätigt. Das Nachspiel war notwendig geworden, nachdem der kanadische Verband einen Protest gegen den Helm der Briten eingelegt hatte. Der Weltverband FIBT wies den Einspruch allerdings zurück.
STATISTIK:
Gold: Amy Williams (Großbritannien) 3:35,64 Minuten
Silber: Kerstin Szymkowiak (Hochsauerland) 0,56 Sekunden zurück
Bronze: Anja Huber (Berchtesgaden) 0,72 Sekunden zurück
4. Noelle Pikus-Pace (USA) 0,82, 5. Mellisa Hollingsworth (Kanada) 0,96, 6. Shelley Rudman (Großbritannien) 1, 05, 7. Amy Gough (Kanada) 1,37, 8. Marion Trott (Oberhof) 1,47, 9. Maya Pedersen (Schweiz) 1,87, 10. Emma Lincoln-Smith (Australien) 1, 99, 11. Katie Uhlaender (USA) 2,29, 12. Melissa Hoar (Australien) 2, 58, 13. Michelle Kelly (Kanada) 5,15, 14. Tionette Stoddard (Neuseeland) 6,05, 15. Costanza Zanoletti (Italien) 6,16
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