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Martin Beils rpo quer 2010
  Foto: rpo
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Olympia-Tagebuch: Begegnungen im Bus

VON MARTIN BEILS - zuletzt aktualisiert: 18.02.2010 - 10:08

Whistler (RP). Autorennen gehören zwar noch nicht zum Programm der Spiele, Busfahren aber ist schon jetzt die wichtigste olympische Disziplin ­ jedenfalls für die Berichterstatter. Vom Hauptpressezentrum in Vancouver führen Buslinien zu den Veranstaltungsorten unten am Meer und auch hinauf ins Gebirge.

Info

Unser Reporter in Vancouver

Martin Beils, 43, berichtet für uns von den Olympischen Winterspielen in Vancouver und Whistler. Bei früheren Reisen fuhr er schon gemeinsam mit dem ehemaligen kanadischen Weltklasse-Abfahrer Steve Podborski auf den Pisten in Whistler. Auch die Eischnelllaufbahn, das Olympic Oval, in Richmond hat er bereits getestet. Nur auf die Bobbahn hat er sich nicht gewagt.

Zweieinhalb Stunden kalkuliert der Fahrplan für die Strecke von Vancouver nach Whistler. Weil sich das Wetter weiterhin wenig winterlich gibt, schaffen es die Fahrer meistens in zwei Stunden. Dennoch beträgt die Netto-Fahrzeit an einem Biathlon-Tag inklusive der Fahrten vom Quartier zum Pressezentrum mindestens fünf Stunden. Viel Zeit, die genutzt sein will. Vor Antritt der Fahrt in die Berge führt deshalb der Weg morgens um kurz nach sechs zunächst ins Medienzentrum. Dort gibt es die gängigen Zeitungen „Vancouver Sun”, „Globe and Mail” und „The Province” kostenlos. Sie ergänzen in unserem Bündel die beiden Gratiszeitungen, die an den Haltestellen des „Sky trains” verteilt werden.

Anschließend geht es auf die andere Straßenseite zu „Tim Horton‘s” (ein ehemaliger Eishockeyprofi gründete in den 60er Jahren diese Kaffee-Fastfood-Kette, die heute die größte in Kanada ist). Dort gibt es für den überschaubaren Preis von zwei Euro einen großen Becher Kaffee „to go” und einen getoasteten und gebutterten Zimt-Rosinen-Bagel. Sehr lecker.

Derart bepackt ­ hinzukommen ja noch der Rucksack mit Laptop, Aufnahmegerät, Block, Kamera etc. und Winterkleidung inklusive Mütze, Handschuhen, Halstuch ­ macht man es sich dann auf zwei Plätzen im Bus mehr oder weniger bequem, fängt an zu frühstücken, die Zeitungen zu fleddern, vielleicht schon die eine oder andere Geschichte zu schreiben. Und zwischendurch telefoniert man mit der Heimat, wo es bald Abend wird.

Problematisch wird es allerdings, wenn der Bus einfach nicht abfahren will, immer mehr Kollegen hineinklettern und auch der letzte Platz benötigt wird. Dann wird es eng. So wie auf der Fahrt zum Biathlon. Höflich fragte der Slowake, ob er den Platz neben mir haben durfte, breitete sich mit seinem Krempel aus und entschlummerte nach ein paar Minuten Fahrzeit. Sanft legte sich sein Kopf auf meine Schulter ­ und blieb für anderthalb Stunden dort liegen.


 
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