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Martin Beils rpo quer 2010
  Foto: rpo

Olympia-Tagebuch: Schuhe ausziehen für die Sicherheit

VON MARTIN BEILS - zuletzt aktualisiert: 27.02.2010 - 11:32

Vancouver (RPO). Rund um das Kongresszentrum haben die Sicherheitskräfte vor Wochen schon einen Ring aus Baumstämmen auf dem Wasser gezogen. Er soll dieses Herzstück der Olympischen Spiele vor Selbstmordattentätern auf Motorbooten schützen.

Sicherheit zuerst - das gilt bis zum letzten Tag der Spiele. Polizisten, Sheriffs und „Mounties“ aus dem ganzen Land schieben in Vancouver Dienst. Und zwar mit großer Freundlichkeit. Wenn ein Bus, der Athleten, Betreuer oder Medienleute transportiert, in den engeren Bereich einer Wettkampfstätte fahren will, wird jedes Mal erst der Motor ausgeschaltet, ein Kontrolletti kommt herein und fragt, woher der Bus gerade kommt.

Dass der Chauffeur seit mehr als zwei Wochen täglich immer die gleiche Route fährt und die auch noch auf der Windschutzscheibe groß angeschlagen ist, spielt keine Rolle. Mit heiligem Ernst spielt sich die immer gleiche Prozedur ab. Währenddessen untersucht ein Security-Kollege den Bus von außen. Er schaut sich die Radkästen an und untersucht mit einem überdimensionalen Zahnarztspiegel die Unterseite.

Info

Unser Reporter in Vancouver

Martin Beils, 43, berichtet für uns von den Olympischen Winterspielen in Vancouver und Whistler. Bei früheren Reisen fuhr er schon gemeinsam mit dem ehemaligen kanadischen Weltklasse-Abfahrer Steve Podborski auf den Pisten in Whistler. Auch die Eischnelllaufbahn, das Olympic Oval, in Richmond hat er bereits getestet. Nur auf die Bobbahn hat er sich nicht gewagt.

Weniger berechenbar sind die Kontrollen jedes einzelnen Besuchers. Freundliche Helfer scannen einen Code auf der Akkreditierung und lassen einen dann in der Regel passieren. Es sei denn, dass der Zufallsgenerator einen gerade ausgewählt hat, seinen Rucksack, seine Jacke und sich selbst wie am Flughafen durchleuchten zu lassen.

Die Helfer gratulieren dann, als hätte man gerade den Jackpot im Lotto gewonnen. Manchmal muss man noch den Laptop auspacken, manchmal den Gürtel ausziehen, manchmal auch die dicken Winterschuhe (was für alle Beteiligten nicht gerade angenehm ist). Beim Besuch mehrerer Wettkampfstätten passiert das im Schnitt höchstens einmal am Tag.

Ungemütlich wird es freilich, wenn man eine Stunde zuvor schon einmal kontrolliert wurde und einen der blöde Zufallsgenerator unverhofft noch einmal erwählt. Besonders ungemütlich, wenn gerade ein ziemlicher Druck auf der Blase lastet und man ruckzuck ins Gebäude möchte.


 
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