Olympia-Tagebuch: Sommermode bei den Winterspielen
VON MARTIN BEILS - zuletzt aktualisiert: 24.02.2010 - 07:45Vancouver (RPO). Englische Formel-1-Mechaniker, so wird erzählt, rennen auch bei eher unangenehmen Temperaturen in kurzen Hosen herum. Und in Schweden gibt es offenbar ein Gesetz, das vorschreibt, zwischen Mittsommer und dem Ende der Sommerferien immer, immer, immer nur in Shorts herumzulaufen, selbst wenn Ende Juni ein Schauer Schneeregen übers Land zieht.
Unser Reporter in Vancouver
Martin Beils, 43, berichtet für uns von den Olympischen Winterspielen in Vancouver und Whistler. Bei früheren Reisen fuhr er schon gemeinsam mit dem ehemaligen kanadischen Weltklasse-Abfahrer Steve Podborski auf den Pisten in Whistler. Auch die Eischnelllaufbahn, das Olympic Oval, in Richmond hat er bereits getestet. Nur auf die Bobbahn hat er sich nicht gewagt.
Die Kanadier aber sind noch deutlich härter drauf. Bevor sich jetzt in "Rain-couver" wieder der Regen eingestellt hatte, ließ der Frühling sein blaues Band durch die Stadt. Das war zwar tagsüber ganz angenehm, bedeutete in den frühen Morgenstunden und am späten Abend dennoch Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt.
Zu beobachten waren bei vier Grad plus, die das Thermometer einer Bank anzeigte, vier Frauen mit Flipflops an den Füßen. Am Sonntag ließ sich ein Jogger am Strand von English Bay den kalten Wind um seinen nackten, muskelbepackten Oberkörper wehen. Und Shorts sind im Februar hier ohnehin allüberall zu bewundern. Die übliche Joggingkluft besteht aus kurzer Hose, dünnem T-Shirt, Wollmütze und Handschuhen.
Vielleicht machen die das alle ja nur auf Geheiß von Bürgermeister Gregor Robertson. Der hatte sich nämlich mächtig darüber aufgeregt, dass Vancouver bei der Abschlussfeier der Spiele 2006 in Turin als eiskalter Ort präsentiert wurde. Sogar mit Eisbären. Er hält Vancouver nachgerade für einen tropischen Ort. Für kanadische Verhältnisse mag das sogar stimmen.
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