Die Sportstätten für die Olympischen Winterspiele 2010 befinden sich in der städtischen Region in und um Vancouver sowie nahe des noblen Wintersportorts Whistler, etwa 125 Kilometer von Downtown Vancouver entfernt.
Mit rund 620.000 Einwohnern innerhalb ihrer Stadtgrenzen und 2, 25 Millionen im Großraum ist die westkanadische Metropole Vancouver die größte Stadt, in die jemals Olympische Winterspiele vergeben wurden. Sie liegt außerdem nur zehn Meter über Meereshöhe.
Vancouver weist im Februar durch die Nähe zum Pazifik eine Durchschnittstemperatur von fünf Grad auf. Noch kein Austragungsort für Winterspiele war wärmer, Schnee ist im Stadtbild deshalb selten. In Vancouver und im Vorort Richmond werden deswegen vor allem die Hallenwettbewerbe ausgetragen.
Richmond Olympic Oval: Eisschnelllauf
Die Eisschnelllauf-Arena vor 7600 Zuschauer im Vorort Richmond ist der spektakulärste Neubau für die Spiele. Die Grundsteinlegung erfolgte am 17. November 2006. Offiziell eröffnet wurde der Bau im 2008. Dort ist während Spiele ist dort auch das Anti-Doping-Labor untergebracht. Nach Olympia soll die 178 Millionen Dollar teure Halle zur Multifunktionsarena mit Gemeindezentrum umgebaut werden, wobei die Eislaufbahnen für spätere internationale Wettbewerbe erhalten bleiben und durch eine Bodenabdeckung geschützt werden.
Canada Hockey Place: Eishockey
In der aktuellen Heimat der Vancouver Canucks findet das Eishockey-Turnier der Männer statt. Die europäischen Teams müssen sich dabei auf die schmäleren Eisflächen entsprechend den Maßen der Profiliga NHL einstellen (200 feet/60,96 m x 85 feet/25,9 m). In der 19.300 Zuschauer fassenden Halle waren kleine Renovierungsarbeiten nötig, die Besitzer-Gesellschaft erhielt für die Nutzung während der Spiele einen pauschalen Mietpreis von rund 42 Millionen Dollar.
BC Place Stadium: Eröffnungs- und Schlussfeier
Das 55.000 Zuschauer fassende Stadion ist die Heimspielstätte der British Columbia Lions aus der Canadian Football League. Es ist komplett mit einer aufblasbaren Teflonfolie überdacht. Erstmals in der olympischen Geschichte werden dort die Opening- und die Closing Ceremony in einer Halle gefeiert. Das Dach wurde 2007 durch einen Druckverlust beschädigt, konnte aber renoviert werden.
University of BC Thunderbird Arena: Eishockey
Die Halle, in der überwiegend die Frauen-Wettbewerbe im Eishockey gespielt werden, wurde für 47,8 Millionen Dollar neu errichtet. Die Anlage umfasst zwei Eishockey-Arenen, dabei wird die größere für 7200 Zuschauer für die Spiele benutzt. In der kleineren ist während Olympia ein Pressezentrum untergebracht.
Pacific Coliseum: Eiskunstlauf, Shorttrack
Die im Osten der Innenstadt gelegene Halle wurde bereits 1967 erbaut und wird während der Spiele 14.239 Zuschauer fassen. Zwischen 1970 und 1995 trugen hier der Eishockey-Klub Vancouver Canucks aus der NHL ihre Heimspiele aus. Für die Olympischen Spiele wurde die Halle zwischen Mai 2006 und Dezember 2007 für rund 24 Millionen kanadische Dollar renoviert.
Vancouver Olympic Centre: Curling
Die Wettkampfstätte für Curling ist ebenfalls ein Neubau, der in rund 18 Monaten fertiggestellt wurde. 5600 Zuschauer werden die in Kanada besonders beliebten Wettbewerbe verfolgen können, so viele wie noch nie zuvor bei Olympia. Die vier Kilometer vom Olympischen Dorf entfernte Curling-Halle liegt im Hillcrest/Nat Baily Stadium Park nahe des Queens Elizabeth Parks im Herzen Vancouvers. Nach den Spielen wird der Komplex an die Kommune übergeben.
Cypress Mountain: Freestyle Ski, Snowboard
Cypress Mountain ist das citynächste Wintersportgebiet. Es liegt oberhalb der Stadt West Vancouver, etwa dreißig Autominuten vom Stadtzentrum Vancouvers entfernt. Die Talstation liegt auf einer Höhe von 910 Metern. Dort wurden neben Halfpipe und Sprunghügeln zwei temporäre Stadien für je 12.000 Zuschauer errichtet. Für 15,8 Millionen Dollar wurde das Gebiet "olympiareif" gemacht für die Fun-Wettbwerbe.
WHISTLER
Im edlen Wintersportort Whistler, etwa 125 Kilometer von Vancouver entfernt, werden die alpinen und nordischen Wettbewerbe sowie die Wettkämpfe im Bob, Rodel und Skeleton ausgetragen. Der in rund 600 Meter Höhe gelegene Ort hat nur etwa 10.000 permanente Einwohner, empfängt aber jedes Jahr rund zwei Millionen Touristen.
Der systematische Ausbau zum anerkannten Ski-Ressort begann erst ab 1962. Im Dezember 2008 wurden Whistler und Blackcomb durch die "Peak-to-Peak"-Seilbahn direkt miteinander verbunden und bilden mit einer Fläche von 33 Quadratkilometern das größte Skigebiet in Nordamerika. Insgesamt gibt es dort über 200 Pisten und 38 Lifte. Die Gegend ist absolut schneesicher und weist im Februar eine Durchschnittstemperatur von etwa Null Grad auf.
Whistler Creekside: Alpine Wettbewerbe
Zwischen Juni 2006 und Oktober 2007 wurden die alpinen Pisten in Creekside für rund 27,6 Millionen kanadische Dollar renoviert und olympiatauglich gemacht. Das Zielstadion fasst rund 7600 Zuschauer.
Whistler Olympic Park: Nordische Wettbewerbe, Biathlon
Das komplett neu errichtete nordische Skizentrum im Callaghan Valley befindet sich etwa eine Viertelstunde unterhalb von Whistler. Die drei jeweils 12.000 Zuschauer fassenden Stadien für Langlauf, Springen und Biathlon werden lediglich für die Olympischen Spiele errichtet. Bereits zu den Paralympics wird ihr Fassungsvermögen um die Hälfte reduziert. Knapp 120 Millionen Dollar kostete der Ausbau des Gebiets mit Loipen sowie der Errichtung von zwei Skisprungschanzen.
Whistler Sliding Centre: Bob, Rodeln und Skeleton
Die Bob-, Rodel- und Skeletonbahn im Fitzsimmons Valley an der Südostflanke des Blackcomb Mountain ist ein 105 Millionen Dollar teurer Neubau. Der Boden, auf dem die Anlage zwischen Juni 2005 und Dezember 2007 errichtet wurde, gilt den Ureinwohnern der Squamish als heilig. Die angeblich schnellste Bahn der Welt ist 1450 Meter lang. Die Spitzengeschwindigkeit dort liegt bei 153,98 km/h. Auf der Anlage finden 12.000 Zuschauer Platz.