Eisschnelllauf-Drama in Vancouver: Der Niederländer Sven Kramer ist auf dem sicheren Weg zu seiner zweiten Goldmedaille bei den Olympischen Winterspielen, als ihn sein Trainer plötzlich aus dem Konzept - und um den Sieg bringt.
Kramer, der schon über 5000 Meter triumphiert hatte, lag auch über die doppelte Distanz klar in Führung.
Im Ziel jubelte er auch folgerichtig. Schließlich hatte er von seiner Disqualifikation nichts mitekommen.
Vor dem Start hatten sie ihren Sven noch gefeiert.
Doch nach dem Rennen waren die sonst so stimmgewaltigen Niederländer plötzlich ruhig.
Der erschöpfte Kramer freute sich über Gold.
Doch dann überbringt ihn sein Trainer Gerard Kemkers die Hiobsbotschaft.
Kramer kann es nicht fassen.
Der Südkoreaner Lee Seung-Hoon durfte sich über Gold freuen.
Kemkers hatte acht Runden vor Schluss einen folgeschweren Fehler begangen, seinen Schützling auf die Innenbahn beordert.
Kramer war richtig angefressen.
Die Sonnenbrille musste zum Frustabbau herhalten.
Die Brille flog über das Eis und es fielen harte Worte in Richtung Trainer.
"Verdammt noch mal, was für ein Arschloch. Er weist mich in die falsche Kurve. Das Rennen lief eigentlich optimal, es war eines der besten meines Lebens", sagte der enttäuschte Kramer.
Sein Coach war untröstlich und entschuldigte sich sofort für den Fehler.
Doch Kramer war kaum zu bremsen.
Teammitglieder konnten den tobenden Kramer nicht beruhigen.
Ein Mitglied der Delegation musste dies übernehmen und tröstete den geknickten Olympiasieger.
Auch den niederländischen Fans war die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben.