Der Traum in Österreich und im Berchtesgadener Land war im Hotel Camino Real bereits vorzeitig ausgeträumt. Die erneut mit dem bayerischen Eiskanal angetretene Mozart-Stadt scheiterte im ersten Wahlgang - wie schon beim Anlauf für 2010.
Die Entscheidung für 2014 fiel in der zweiten Runde zwischen Pyeongchang (Südkorea) und Sotschi (Russland).
Mit Salzburgs Niederlage rückt eine Kandidatur Münchens für die Winterspiele 2018 in greifbare Nähe.
"Es wäre eine großartige Sache, als erste Stadt der Welt Schauplatz sowohl der Sommer- als auch der Winterspiele zu werden. Wir sind jedenfalls bestens gerüstet", erklärte Oberbürgermeister Christian Uhde in einer ersten Stellungnahme.
"Wir stehen dem Interesse Münchens grundsätzlich positiv gegenüber", sagte dazu der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Thomas Bach.
"Allerdings gibt es keinen Freibrief, die Bedingungen müssen stimmen", fügte der IOC-Vize an.
Dazu gehöre eine weitgehende Konzentration der Wettkampfstätten: "Man darf nicht mit der Gießkanne ganz Bayern bedienen wollen." Eine Vorentscheidung werde es im DOSB-Präsidium am 24. Juli geben.
Im Salzburger Schloss Mirabell und am Königssee, wo die Fans vor großen Leinwänden der Entscheidung entgegengefiebert hatten, war die Enttäuschung grenzenlos.
Als größte Schwachstellen galten mangelnder Rückhalt in der Bevölkerung und ein zu kleiner Etat.
In hellen Trachten, gelöst, souverän und selbstbewusst hatte sich ihre Delegation noch gut drei Stunden zuvor im Gran Salon des Hotels Camino Real präsentiert.
Der 60 Minuten lange emotionale Auftritt wurde mit starkem Beifall bedacht. "Das war eine runde Sache", lobte der dreimalige Olympiasieger Georg Hackl.
Doch schon in den ersten Reaktionen einiger Insider wurde Zweifel laut, ob sich das Blatt für den Außenseiter noch wenden ließe.
"Wir bieten an, was man mit Geld nicht kaufen kann", hatte Bundeskanzler Alfred Gusenbauer den IOC-Mitgliedern zugerufen und mit der großen Wintersport-Tradition und dem umvergleichlichen Flair der Stadt geworben.
Bürgermeister Heinz Schaden versicherte, dass die Bevölkerung entgegen der IOC-Umfrage vom Dezember, die nur 42 Prozent Zustimmung gezeigt hatte, voll hinter der Bewerbung stehe: "Die Werte sind auf über 80 Prozent nach oben geschossen, kein einziger leerer Platz wird bei den Spielen zu sehen sein."