| 05.43 Uhr

Skeleton-Legende verpasst Medaille
Jungk nach Drama um Dukurs den Tränen nahe

Skeleleton-Legende Dukurs geht leer aus
Skeleleton-Legende Dukurs geht leer aus FOTO: rtr, yh
Pyeongchang. Kein Edelmetall für die deutschen Skeleton-Männer, und ein Drama setzt sich fort: Rekordweltmeister Martins Dukurs verpasst nicht nur erneut Olympia-Gold, er fällt sogar aus den Medaillenrängen. Das schockiert auch den besten deutschen Skeletonfahrer.

Axel Jungk war den Tränen nahe. Das lag nicht am siebten Platz für die Medaillenhoffnung, nicht am insgesamt schwachen Abschneiden der deutschen Skeleton-Männer. "Als ich gesehen habe, dass Martins Dukurs auf Rang vier zurückfällt, musste ich fast heulen", sagte Jungk. Denn für den größten Athleten des Sports hatte sich das Olympia-Trauma gerade fortgesetzt.

Rekordweltmeister Dukurs wird seine Karriere damit wohl irgendwann ohne die wichtigste Goldmedaille des Sports beenden. Gegen den Südkoreaner Yun Sung Bin hatte er auf dessen Heimbahn keine Chance, 1,76 Sekunden trennten Dukurs am Ende vom Gesamtweltcupsieger. Das Alpensia Sliding Centre stand Kopf, erstmals war es mit rund 7000 Zuschauern ausverkauft.

Yuns Heimvorteil war enorm, mit Silber hätte Dukurs daher wohl leben können. Doch im letzten Lauf fiel er auch hinter den Russen Nikita Tregubow und den Briten Dominic Parsons zurück. Im Ziel schloss Dukurs ungläubig die Augen und verharrte eine Weile.

Jungk fühlt mit Dukurs mit

"Er tut mir unglaublich leid", sagte Jungk: "Er ist zehn Jahre lang der mit Abstand Weltbeste und verpasst trotzdem dreimal bei den Winterspielen sein Ziel. Ich denke, er ist am Boden zerstört."

Dukurs war 2014 im Kampf um Gold knapp von Lokalmatador Alexander Tretjakow geschlagen worden. Mittlerweile ist der Russe einer der Verdächtigen im Staatsdopingskandal um die Winterspiele in Sotschi. Schon 2010 in Vancouver hatte der Kanadier Jon Montgomery sein Heimspiel für sich entschieden, knapp vor Dukurs.

Jungk verpasst im Medaille im Skeleton klar FOTO: rtr, yh

Der fünfmalige Weltmeister, achtmalige Gesamtweltcupsieger und neunmalige Europameister hatte in seiner Karriere einfach schlechtes Timing. Die drei Winterspiele, in denen er Gold-Chancen hatte, fanden allesamt auf neu erbauten Eisbahnen statt, auf denen die jeweiligen Lokalhelden große Vorteile hatten. "Ich hoffe sehr, er macht weiter", sagte Jungk, "aber er sagte mir zuletzt, dass er müde ist. Er macht diesen Sport schon seit 20 Jahren."

Die Deutschen hatten sich in Pyeongchang zwar eine Chance auf Bronze ausgerechnet, doch auch Christopher Grotheer (Oberhof) und Alexander Gassner (Winterberg) landeten noch hinter Jungk auf den Rängen acht und neun.

"Ich bin einfach nicht reingekommen in diese Winterspiele, schon in den Trainingsläufen nicht", sagte Jungk: "Dann weißt du, in ein paar Tagen ist das große Ding, verkrampfst ein bisschen. Es hat einfach zu lange gedauert."

(sid)
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Olympia 2018: Axel Jungk nach Drama um Martins Dukurs den Tränen nahe


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.