Infostrecke

Olympia 2018: Die Splitter

Olympia in Pyeongchang - täglich erreichen uns Dutzende von Geschichten abseits der sportlichen Ereignisse. Die lustigsten, abgedrehtesten und nettesten sammeln wir für Sie. Viel Spaß beim Stöbern!

Olympia 2018: Die Splitter

Adel:

Für Langläuferin Steffi Böhler begannen die Olympischen Spiele blaublütig. Das lag allerdings nicht an den eisigen Temperaturen, sondern an einer Begegnung im Olympischen Dorf. Dort lief ihr Hubertus Prinz zu Hohenlohe über den Weg, der als Alpiner für Mexiko zum siebten Mal bei Olympia an den Start geht. Der auch als Sänger und Fotograf arbeitende 59-Jährige nutzte die Begegnung mit der hübschen Schwarzwälderin zu einem anregenden Plausch.

Olympia 2018: Die Splitter

Handschuhe:

Das Norovirus sorgt bei den Olympia-Veranstaltern für Unruhe, vor allem viele Sicherheitskräfte sind betroffen. US-Skistar Lindsey Vonn tauchte bei ihrer ersten großen Pressekonferenz in Pyeongchang deswegen mit dünnen schwarzen Handschuhen auf. "Ich möchte nicht krank werden. Ich weiß nicht, wer von euch krank ist", sagte Vonn zur Begründung. "Das habe ich auf dem Flug auch gemacht.
Ich möchte einfach sichergehen."

 

Olympia 2018: Die Splitter

Schneeweiß:

In Pyeongchang ist es kalt - aber es schneit kaum. Die drei Kilometer lange Abfahrtsstrecke ist fast komplett mit Kunstschnee bedeckt, auch im Ziel stehen die Journalisten nicht auf Naturschnee. Damit alles schön weiß und sauber bleibt - drüber schneien wird wohl nichts während der Olympischen Winterspiele - bitten die Veranstalter im Jeongseon Alpine Center auf einem Schild freundlich um Mithilfe: "Bitte putzen Sie ihre Schuhe, bevor sie den Schnee betreten."

Olympia 2018: Die Splitter

Zielscheibe:

Nur mit einer besonderen Eintrittskarte dürfen Journalisten im Biathlon-Stadion von Pyeongchang an den Schießstand. "Upgrade Shooting Range" steht auf einer blauen Plastikkarte. Und da dies beim Weltcup völlig anders ist, gab es prompt die ersten Witze: Da sind den Koreanern wohl die Schießscheiben ausgegangen, jetzt müssen die Journalisten herhalten.

Olympia 2018: Die Splitter

Pins:

"Kriegen wir noch mehr?", fragte Snowboarderin Silvia Mittermüller euphorisch und hoffte auf einen größeren Vorrat an deutschen Pins. Auf das Sammeln freut sich die Olympia-Debütantin besonders. Eine gute Handvoll der deutschen Anstecker hat die 34-Jährige bislang bekommen. "Ich kann schon einiges tauschen, aber einen muss ich der Mama mitbringen", sagte sie. Ihre Mutter habe sie darauf gebracht, wie wichtig das Sammeln ist. "Sie war Olympia-Hostess in München 1972", berichtete Mittermüller. Vor der Eröffnungsfeier war die Freestyle-Snowboarderin allerdings beim Tauschen noch nicht erfolgreich. Ihre amerikanische Snowboard-Freundin Jessika Jenson hat ihr aber versprochen, ihr einen Pin mitzubringen.

 

Olympia 2018: Die Splitter

Diplomatie:

Der amerikanische Eiskunstläufer Adam Rippon möchte nicht, dass sein Team von seiner kritischen Haltung gegenüber Mike Pence abgelenkt wird. Der bekennende Schwule Rippon hatte das Weiße Haus kritisiert, den US-Vizepräsidenten als Leiter der offiziellen Delegation für die Eröffnungszeremonie der Winterspiele ausgesucht zu haben. Rippon kritisiert die konservative Haltung von Pence in Bezug auf Homosexuelle. Der 28-Jährige sagte nun, er wäre offen für ein Gespräch mit Pence nach Olympia.

 

Olympia 2018: Die Splitter

Putzteufel:

Biathlet Erik Lesser legte nach der Ankunft im olympischen Dorf in Pyeongchang erstmal ein Putzeinheit ein. Das Appartment der deutschen Skijäger war einfach zu schmutzig. "Manche sind noch nicht ganz fertig und sehen nicht so wohnlich aus", sagte der Thüringer. Auch gebe es mit eingefrorenen Fenstern noch das eine oder andere Problem. Die Sechser-WG von Lesser, Simon Schempp, Arnd Peiffer, Benedikt Doll, Johannes Kühn und Roman Rees mit drei kleinen Doppelzimmern ist laut Sprint-Weltmeister Doll "ein bisschen steril.
Aber ich fühle mich ganz wohl."

Olympia 2018: Die Splitter

Kälte:

Die Organisatoren der Winterspiele haben alle Zuschauer der Eröffnungsfeier mit wärmenden Utensilien ausgestattet. Dazu gehören eine rote Pudelmütze, eine blaue Decke, ein weißer Poncho sowie Hand- und Fußwärmekissen. Die Nationalfarben Südkoreas werden so auf den Rängen sehr gut vertreten sein. Das "Notfall-Kit" ist aber nicht mehr so dringend nötig, wie an den eisigen Tagen zuletzt befürchtet. Für den Abend kündigen die Meteorologen Temperaturen von minus vier Grad an.

 

Olympia 2018: Die Splitter

Klamottentausch:

Die Kleidung der "Olympischen Athleten aus Russland" (OAR) ist bei den Konkurrenten sehr beliebt. "Unsere Athleten wurden in den ersten Tagen hier schon häufig gefragt, ob sie die Kleidung tauschen möchten", sagte Stanislaw Posdjnakow, der Chef de Mission des Teams. Er trug als offizielle Teamkleidung eine schlichte graue Kapuzenjacke des russischen Sport- und Freizeitkleidungs-Herstellers Zasport. Die OAR-Kollektion kommt nach den Spielen nicht mehr bei Wettkämpfen zum Einsatz, falls das IOC die Sanktionen gegen die Russen aufhebt. Die Kleidungsstücke sind also rar. Das Curling-Mixed-Team war am Morgen beim ersten OAR-Auftritt in weißen Polohemden und schwarzen Hosen aufs Eis gegangen.

 

Olympia 2018: Die Splitter

Gutes Omen:

Wenn es nach der ersten Probe-Siegerehrung geht, ist Andreas Wellinger schon Olympiasieger. Nach den ersten sechs Trainingssprüngen testeten die Verantwortlichen am Mittwochabend (Ortszeit) mit Volunteers schon mal den Ablauf für die erste Entscheidung am Samstag (13.35 Uhr/MEZ). Dabei auf dem Gold-Platz: Der Bayer Wellinger! Silber sprachen die Offiziellen testweise Johann Andre Forfang zu, dem polnischen Olympiasieger Kamil Stoch blieb immerhin Bronze. Die vermeintliche Goldmedaille überreichte dem falschen Wellinger auch ein falscher Thomas Bach.

 

Olympia 2018: Die Splitter

Faust:

Bei den Schweizern werden nicht mehr die Hände geschüttelt.
Fehlender Anstand ist aber nicht der Grund, wie Delegationschef Ralph Stöckli versichert. Vielmehr haben die Eidgenossen Sorgen wegen des im Olympiagebiet grassierenden Norovirus. Stattdessen wird sanft Faust gegen Faust geschlagen.

 

Olympia 2018: Die Splitter

Bahn-Nähe:

Die Bobpiloten Francesco Friedrich und Johannes Lochner wollen nichts dem Zufall überlassen. Die in Königssee zeitgleichen Viererbob-Weltmeister möchten sich voll auf ihre olympischen Wettkämpfe konzentrieren. Daher wohnen die beiden 27-Jährigen wohnen mit ihren Anschiebern anders als Nico Walther und die Frauen-Teams direkt gegenüber vom Olympic Sliding Centre in dem vom Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) angemieteten Yongpyeong Village Appartement. Diese Maßnahme hat beim BSD bereits Tradition.
Der langjährige Bundestrainer Raimund Bethge führte diese Praxis bereits bei Olympia 2006 in Turin ein. Vor vier Jahren in Sotschi erlebten die deutschen Bobfahrer in Sotschi trotzdem eine Pleite und blieben erstmals seit 50 Jahren ohne Medaille.

 

Olympia 2018: Die Splitter

Fahne:

20 Jahre, nachdem Janne Ahonen in Nagano 1998 zum ersten Mal die Fahne tragen durfte, darf der finnische Skispringer in Pyeongchang wieder ran und die Delegation der Skandinavier anführen. Zum Vergleich: Für die deutsche Mannschaft trug in Nagano der inzwischen 57 Jahre alte Ex-Langlauf-Trainer Jochen Behle die Fahne, Norwegens Team wurde von Skispringer Espen Bredesen angeführt. Der Schweiger aus Finnland, der zweimal olympisches Silber im Team gewann, tritt in Südkorea zum siebten Mal bei Olympischen Spielen an. In Nagano war die Fahne kein gutes Omen für Ahonen: Auf der Normalschanze fehlte ihm ein Punkt zu Bronze.

 

Olympia 2018: Die Splitter

Kalte Dusche:

Auch wenn die Bedingungen bei jedem Biathlon-Weltcup besser sind, Bundestrainer Hönig will nicht klagen. "Die Appartements sind gut, aber noch nicht fertig. Die Wände sind nicht verputzt, sondern nur überklebt. Die Küche kann man nicht nutzen." Und warmes Wasser gab es zunächst auch nicht: "Ich musste den Klempner rufen, und als der kam, da lag ich noch im Tiefschlaf."

 

Olympia 2018: Die Splitter

Verzicht:

Die deutschen Rodler um Olympiasieger Felix Loch verzichten auf die Eröffnungsfeier. Da das Trio mit Johannes Ludwig und Andi Langenhan gleich am Folgetag mit den ersten beiden von insgesamt vier Rennläufen startet, verfolgt es den Einmarsch der Nationen und das Rahmenprogramm im Deutschen Haus.

 

Olympia 2018: Die Splitter

Reife:

Die italienische Eiskunstläuferin Carolina Kostner reiste an ihrem Geburtstag an. Die EM-Dritte wurde am Donnerstag 31 Jahre alt und ist die älteste Athletin im Damen-Wettbewerb. "Das Training war nicht immer einfach, denn mein Körper ist im Laufe der Jahre zu dem einer Frau geworden. Man muss kämpfen, neue Wege und Motivation finden", sagte die Schülerin des Oberstdorfer Trainers Michael Huth. "Es braucht Geduld, Zielstrebigkeit und Liebe für das, was du tust. Ich habe das."

Olympia 2018: Die Splitter

Neun Brüder:

Katharina Förster hat vielleicht auch ihre Kindheit geholfen, sich im Sport zu behaupten. Schließlich hat die Ski-Freestylerin gleich neun Brüder. "Das eine oder andere Mal musste man sich schon durchboxen", sagte die 29-Jährige aus Simmerberg am Samstag. Ihre Geschwister, darunter zwei Halbbrüder, haben sie auch auf den Weg zu den Olympischen Winterspielen gebracht. Weil ihre Brüder so viel Spaß auf der Buckelpiste hatten, ist sie auch mal mitgekommen.

Olympia 2018: Die Splitter

Hungrig und wartend:

Der Tisch war gedeckt, Bundestrainer Werner Schuster saß bereits dran: Doch der erwartete Gast erschien nicht. Statt im olympischen Dorf mit den DSV-Adlern zu speisen, fuhr die Limousine von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Außenquartier vor, in der zwar Kombinierer und Skisprung-Frauen wohnen, aber nicht Richard Freitag und seine Kollegen. Doch auch die anderen nordischen Sportler bekamen Steinmeier nicht zu Gesicht. Die Kombinierer waren am Samstag noch auf dem Weg nach Südkorea, die Springerinnen an der Schanze zum Training.

Olympia 2018: Die Splitter

Unempflindlich:

Nach seinem großen Auftritt mit nackter Brust bei der bitterkalten Eröffnungsfeier kann Tongas Fahnenträger Pita Taufatofua nichts mehr schrecken. Der 34-Jährige, vor zwei Jahren bei Olympia in Rio noch im Taekwondo am Start, versucht sich in Pyeongchang im Skilanglauf. Die Umstellung sei "das Härteste, was ich je getan habe", bekannte er. "Taekwondo ist intensiv, jemand versucht, deinen Kopf zu treten. Beim Ski hat man eine Stunde lang Schmerzen. Mag man eher kurze oder lange Schmerzen? Ich liebe beides", sagte Taufatofua. Schon jetzt denkt der 100-Kilo-Mann an Tokio 2020. "Vielleicht probiere ich noch einen Sport. Handball wäre denkbar, aber ich bräuchte eine Mannschaft", sagte der Mann aus dem Inselstaat.

Olympia 2018: Die Splitter

Schwacher Besuch:

Die Medal Plaza ist bei den Olympischen Spielen noch kein Publikumsmagnet. Nur gut 200 Zuschauer kamen zur ersten Siegerehrung an die Bühne nahe des Olympiastadions. IOC-Präsident Thomas Bach überreichte der schwedischen Langläuferin Charlotte Kalla die Goldmedaille für den Sieg im Skiathlon über zweimal 7,5 Kilometer. Bei scharfem eisigen Wind kam keine feierliche Stimmung auf. Es war die einzige Siegerehrung, die an diesem Samstag stattfand.

Olympia 2018: Die Splitter

Geduldsprobe:

Vieles klappt bei Olympia, manches nicht so. Direkt nach der Eröffnungsfeier freuten sich Athleten, Funktionäre und Reporter, dass der Transport schnell und zügig ging. Wer allerdings noch länger arbeiten musste, hatte Pech. Stundenlang standen Fotografen und Journalisten um Mitternacht im Stau vor dem Stadion - zeitweise ging nichts mehr. Statt etwa 30 Minuten dauerte der Rückweg ins Mediendorf im Küstenort Gangneung bis zu drei Stunden. Ähnlich chaotisch war es dann beim Frühstück: In Warteschlangen brauchten viele bis zu einer halben Stunde, bis das Brötchen auf dem Teller lag.

Olympia 2018: Die Splitter

Mülltüten für Gold:

Um für das extrem späte Springen am Montag (21.50 Uhr/Ortszeit und 13.50 Uhr/MEZ) fit zu sein, bleiben die deutschen Skispringerinnen derzeit extrem lange wach. Bis 3 Uhr halten sich Carina Vogt, Katharina Althaus und Co. mit Spielen und Teamabenden fit. "Unsere Vorhänge sind eigentlich ganz gut, aber wir haben auch so schwarze Mülltüten, die wir sonst drüber hängen würden, dass es dunkel bleibt", sagte Althaus, die bei der einzigen Entscheidung im Frauen-Skispringen auf eine olympische Medaille hofft. Vor vier Jahren hatte Vogt in Sotschi überraschend Gold gewonnen.

Olympia 2018: Die Splitter

Defekt:

Freestyle Snowboarderin Silvia Mittermüller sorgte sich am Samstag scherzhaft um den Geruch oder vielmehr Gestank in ihrem Hotel. Es werde wohl in den kommenden Tagen nicht so gut riechen, meinte die 34-Jährige auf Twitter mit ein paar Smileys. "Die Rohre sind gefroren, alle Waschmaschinen hier kaputt", schrieb Mittermüller auf Englisch und postete ein Bild mit drei gesperrten Maschinen. In Appartements neben dem Phoenix Snowpark, in denen weitere deutsche Snowboarder untergekommen sind, sei mit den Waschmaschinen allerdings alles in Ordnung, teilte eine Sprecherin des Verbands mit.

Olympia 2018: Die Splitter

Wind-Frust:

Das hätte sich Geheimfavorit Dawid Kubacki anders vorgestellt. Der polnische Skispringer, der als Dritter der Qualifikation als heißer Anwärter auf eine Medaille galt, stürzte im olympischen Einzel von der Normalschanze in Pyeongchang ab und erreichte nach einem vom Wind verblasenen Sprung nicht einmal den zweiten Durchgang. In der Auslaufzone schimpfte der völlig frustierte Kubacki, schmiss mit seinen Schuhen und ließ seinem Frust in einem Gespräch mit dem früheren Top-Skispringer und Teammanager Adam Malysz freien Lauf.