Exoten bei Olympia Zwei Läufer sind noch langsamer als Oben-ohne-Fahnenträger

Pxeongchang · Er hat es geschafft. Pita Taufatofua, Flaggenträger von Tonga, fuhr nicht vor einen Baum. Und er wurde auch nicht Letzter im 15-km-Langlauf.

Olympia 2018: Langlauf-Exoten feiern sich im Ziel
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Langlauf-Exoten feiern sich im Ziel

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Foto: afp

Ein geölter Blitz war Pita Taufatofua nicht gerade. Sein Mimimalziel hat Tongas Flaggenträger bei seinem zweiten olympischen Abenteuer aber erreicht. "Ich will im Ziel sein, bevor das Licht ausgeht. Und nicht vor einen Baum fahren", hatte Taufatofua, der Skilangläufer, der nicht wirklich skilanglaufen kann, vor seinem Start über 15 km gesagt. Kurz vor Sonnenuntergang kam der Südsee-Husar unversehrt an - er hatte sogar zwei Mitbewerber hinter sich gelassen.

"Das war eine Stunde Schmerz. Ich habe unterwegs die ganze Zeit nur gedacht: Was habe ich mir da bloß angetan?", sagte Taufatofua, der von den noch etwa 1000 Zuschauern beim Zieleinlauf ausgiebig gefeiert wurde. "Ich habe Tonga zu den Olympischen Spielen gebracht, wie ich es versprochen habe", sagte der 34-Jährige.

114. unter 118 Startern wurde Taufatofua am Freitag in Pyeongchang, er brauchte rund 57 Minuten und damit knapp 23 mehr als der Schweizer Sieger Dario Cologna für die Strecke, die schwieriger war, als alles, was er kannte. "Ich bin bolle stolz auf ihn", sagte sein deutscher Trainer Thomas Jacob anschließend und lobte: "Das war eine tolle Leistung, er ist nicht Letzter geworden. Ein Coconut-Fighter gibt eben nie auf."

Tatsächlich: Dem Kolumbianer Sebastian Uprimny und einem mexikanischen Einzelkämpfer mit Namen German Madrazo zeigte Taufatofua die Hacken. Zwei der 118 Starter beendeten das Rennen vorzeitig. Das Trio ließ sich im Ziel gemeinsam feiern, stolzierte mit Landesfahnen unter dem Jubel der Zuschauer umher - so gut war die Stimmung im olympischen Langlaufstadion zuvor kein einziges Mal gewesen. Selbst Cologna klatschte anerkennend Beifall.

Taufatofua war schon bei den Sommerspielen 2016 in Rio als Taekwondoka und Fahnenträger mit eingeöltem freiem Oberkörper zum Publikumsliebling geworden. Die Neuauflage war ungleich härter. Minus 15 Grad bei der Eröffnungsfeier hielten ihn nicht von der erneuten "Oben ohne"-Einlage ab. Und die zwei Runden über jeweils 7,5 km verlangten Taufatofua doch einiges mehr ab, als das - nun ja - bisschen Kampfsport in Brasilien.

"Die 15 Kilometer waren nie besonders nett zu mir, wir haben eine Hassliebe zueinander", sagte Taufatofua: "Meine schlechteste Zeit über diese Strecke war eine Stunde und 40 Minuten, und ich habe auf einer Abfahrt dabei einen Ski verloren."

Da war er diesmal besser. Vor allem stellte er sich besser an, als der notorischste seiner exotischen Loipen-Vorgänger: Der Venezolaner Adrian Solano, der 2017 bei der WM vogelwild durch die finnischen Wälder lief, bleibt unangefochten der schlechteste Skilangläufer der Geschichte.

(sid)
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