Weltrekord bei Paralympics in Peking: Marianne Buggenhagen gewinnt Diskus-Goldmedaille
zuletzt aktualisiert: 09.09.2008 - 09:18Peking (RPO). Bei den Paralympics in Peking gibt es eine weitere Goldmedaille für Deutschland zu feiern. Marianne Buggenhagen konnte ihre große Karriere mit Gold im Diskuswurf krönen.
Die 55 Jahre alte Berlinerin gewann am Dienstag mit der Weltrekord-Weite von 27,80 m überraschend die Konkurrenz. Es war ihre 46. Medaille bei großen internationalen Wettkämpfen und das neunte Gold bei Paralympics. Insgesamt ist es das zweite Gold für Deutschland bei den diesjährigen Olympischen Wettkämpfen der Behindertensportler.
Die querschnittsgelähmte Buggenhagen, die am Montag bereits Bronze mit der Kugel gewonnen hatte, wird noch im Speerwurf starten - wo sie sich allerdings ohne Chancen auf eine Medaille sieht - und danach ihre Karriere beenden. Für die erste deutsche Medaille des Morgens hatte die Unterschenkel amputierte Leverkusenerin Astrid Höfte mit Bronze im Weitsprung gesorgt.
Der armamputierte Radfahrer Wolfgang Sacher hat unterdessen als erster deutscher Athlet bei den XIII. Paralympics in Peking eine zweite Medaille gewonnen. Einen Tag nach Silber in der Einerverfolgung gewann der 41 Jahre alte Bayer aus Penzberg Bronze im 1 km Zeitfahren.
Dagegen hat Manuela Schmermund ihre zweite Medaille verpasst. Die 36 Jahre alte Sportschützin aus Mengshausen belegte im Kleinkaliber 3x20 Rang sechs. Ihre Silbermedaille am Sonntag mit dem Luftgewehr war die erste Medaille der deutschen Athleten bei diesen Spielen gewesen.
Überschattet wurden die Wettkämpfe vom ersten Dopingfall. Bei dem pakistanischen Gewichtheber Naveed Ahmed Butt wurde in einer Urinprobe vom 4. September ein anaboles Steroid festgestellt.
Nach den Regeln des Anti-Doping-Codes des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) wurde Butt sofort von den Wettkämpfen ausgeschlossen und mit einer zweijährigen Sperre belegt. Er hat sieben Tage Zeit, Einspruch einzulegen. Butt wollte am 16. September in der Klasse bis 100 kg starten.
IPC-Präsident Phil Craven hatte im Vorfeld die Hoffnung geäußert, dass die Spiele wie die Winter-Paralympics 2006 in Turin ohne Dopingfall bleiben würden. Bereits unter den elf in Peking wegen laufender Sperren nicht startberechtigten Sportlern waren sieben Gewichtheber.