Peking hat sich mit einer farbenfrohen und verträumten Schlussfeier von den "besten Paralympics aller Zeiten" verabschiedet, nun will London rocken.
Wie schon bei der Schlussfeier von Olympia hat die englische Hauptstadt mit einem kernigen Auftritt das Ruder übernommen.
"Das waren die besten Paralympics aller Zeiten", sagte Phil Craven, Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), vor der offiziellen Beendigung der Spiele um 21.03 Uhr Ortszeit.
Craven sah die vorherige Kritik an Gastgeber China in keinster Weise bestätigt. "Was haben wir im Vorfeld nicht alles in den Medien gehört über China. Dank der westlichen Medien habe ich selbst meine Zweifel bekommen", sagte der Brite: "Aber wir haben mehr erlebt, als jeder vermuten konnte."
Chinas Staatspräsident Hu Jintao erklärte, in den vergangenen zwölf Tagen hätten "die Athleten den Paralympischen Geist in neue Sphären gebracht. Der Geist von Solidarität, Freundschaft und Frieden wird für immer in unseren Herzen bleiben".
Um 21.08 Uhr übernahm Bürgermeister Boris Johnson die Paralympische Flagge von seinem Pekinger Amtskollegen Jinglong Guo.
Wie nach Olympia fuhr der typisch englische Doppeldecker-Bus, auf dem bei Olympia Led-Zeppelin-Gitarrist Jimmy Page mit Pop-Sternchen Leona Lewis den Klassiker "Whole Lotta Love" geschmettert hatte, durch das Stadion.
Diesmal aber nicht im klassischen Rot, sondern bunt. Auf ihm tanzten junge Menschen verschiedener Hautfarben, ein als Lord Nelson verkleideter Gitarrist sorgte für den treibenden Beat. "London wird rocken", hieß es einer Mitteilung des IPC.
Die deutsche Fahne trug bei der rund zweistündigen Zeremonie die erfolgreichste deutsche Behindertensportlerin aller Zeiten, die 55 Jahre alte Berliner Marianne Buggenhagen.
Deutschlands Sportlerin des Jahres 1994 gewann in Peking im Diskuswurf ihr neuntes Paralympics-Gold und wird ihrer Karriere nun beenden. Die querschnittsgelähmte Athletin war gerührt. "Jetzt ist es wirklich vorbei", sagte sie: "Aber das war meine zweite Goldmedaille hier."