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Dahlmeier oder wieder Loch
Wer holt das erste deutsche Gold in Pyeongchang?

Pyeongchang 2018: Laura Dahlmeier oder Felix Loch - wer holt das erste Gold?
Laura Dahlmeier hat sich schon mal mit den Bedingungen im Pyeongchang vertraut gemacht. FOTO: dpa, hpl jbu jai
Pyeongchang/Köln. Alle zwei Jahre, ob Winter oder Sommer, wird vor Olympischen Spielen immer wieder die Frage gestellt: Wer holt das erste deutsche Gold? Aussichtsreichste Kandidatin in Pyeongchang ist Biathlonstar Laura Dahlmeier. Doch es lauert Rodler Felix Loch.

Laura Dahlmeier oder schon wieder Felix Loch: Wer wird erster deutscher Olympiasieger in Pyeongchang und legt die Goldspur für das 153-köpfige Team bei den 23. Winterspielen in Südkorea? Gleich mehrere Aspiranten hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) am Samstag und Sonntag am Start, die heißeste Kandidatin für den ersten Gipfelsturm aber ist Hobby-Bergsteigerin Laura Dahlmeier. Und das nicht nur, weil ihre Entscheidung als erste beendet sein wird.

Die 24-Jährige aus Partenkirchen, im vergangenen Jahr mit fünfmal Gold die Königin der Biathlon-WM in Hochfilzen, ließ sich auch von zwei krankheitsbedingten Rückschlägen in der Saison nicht stoppen und fand rechtzeitig wieder zu ihrer Form. Die Zollbeamtin warnt jedoch vor ihrem Einsatz im Sprint am Samstag (20.15 Uhr Ortszeit/12.15 MEZ) vor überzogenen Erwartungen: "Die fünf Goldmedaillen waren eine einmalige Geschichte. So etwas wird es vielleicht nie wieder geben. Damals hat einfach alles gepasst."

Eine von Dahlmeiers größten Rivalinnen kommt aus dem eigenen Team

Fünfmal Gold im Alpensia Biathlon Centre würde Dahlmeier natürlich mit Kusshand nehmen. Ihr Ziel aber ist ein anderes: "Ich möchte mit einer Medaille heimfahren, am liebsten einer goldenen. Ich fühle mit topfit, die Chancen sind da." Eine ihrer schärfsten Rivalinnen kommt aus dem eigenen Team. Spätestens nach ihrem Doppelsieg beim Weltcup-Auftakt in Östersund darf Umsteigerin Denise Herrmann ein solcher Coup zugetraut werden. In der Loipe ist sie wohl die Schnellste, da muss es nur am Schießstand noch klappen.

Für Sportwettenanbieter bwin ist Dahlmeier die aussichtsreichste Kandidatin auf das erste deutsche Gold bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang. Die 24-Jährige aus Partenkirchen ist mit einer Sieg-Quote von 4,00 beim Sprint der Frauen am Samstag favorisiert. Bei einem Erfolg von Dahlmeiers Teamkollegin Denise Herrmann würde der Wettanbieter das 9,00-Fache des Einsatzes ausschütten.

Sollten die Skijägerinnen am ersten Olympia-Tag mit Entscheidungen leer ausgehen, könnten die Skispringer zuschlagen. Richard Freitag gilt im Wettbewerb von der Normalschanze (21.35 Uhr Ortszeit/13.35 Uhr MEZ) unter den fünf deutschen Adlern als besonders aussichtsreich, einen guten Eindruck auf der Normalschanze hinterließ im Training Andreas Wellinger. Nur Außenseiterchancen werden Eisschnellläuferin Claudia Pechstein auf ihrer "Nebenstrecke" über 3000 m eingeräumt. Mehr wird der fünfmaligen Olympiasiegerin über 5000 m zugetraut.

Am Sonntag könnte die große Stunde des Felix Loch schlagen

Und wenn es am Samstag mit dem ersehnten ersten Gold nicht klappt, könnte am Sonntag wieder die große Stunde des Felix Loch schlagen. Der Berchtesgadener hat die Möglichkeit, wie schon in Vancouver 2010 und Sotschi 2014 den Bann zu brechen und mit seinen vier Fahrten im Olympic Sliding Centre zum dritten Mal nacheinander Gold Nummer eins zu schürfen. Gold Nummer drei wäre etwas Historisches bei den Rodlern: Nur seinem Mentor und Trainer Georg Hackl ist dieses Kunststück bei Olympia gelungen.

Ein Selbstläufer wird es für Felix Loch trotz jahrelanger Dominanz nicht. Die Spitze ist breiter geworden. "Früher hattest du vielleicht zwei, drei Rodler, die ganz vorne mitmischen, jetzt sind es auf jeden Fall fünf, sechs, doppelt so viele." Die Wahrscheinlichkeit auf Gold betrage daher "im Zweifel weniger als 50 Prozent".

Und wenn also auch dieser Trumpf nicht sticht? Dann wäre da noch ein Abfahrer, der am 20. Januar mit seinem Sieg auf der berühmten Streif in Kitzbühel ins grelle Rampenlicht fuhr. Thomas Dreßen könnte in der Schussfahrt mit ihren langgezogenen Kurven, die dem 24-Jährigen liegen, der erste deutsche Olympiasieger in einer Abfahrt werden. Dies wäre für Dreßen die Krönung einer ohnehin schon märchenhaften Saison.

(sid)
 
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