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"Miracle on Ice"
US-Goalie Craig verkauft Erinnerungsstücke

Eishockey von A bis Z
Eishockey von A bis Z FOTO: AFP
Köln/Boston. Jim Craig verkauft seine Erinnerungen an das "Miracle on Ice" - der Eishockey-Olympiasieger von 1980 will damit seine Familie finanziell absichern.

Das "Miracle on Ice" steht zum Verkauf: Der frühere Eishockey-Torhüter Jim Craig bietet 35 Jahre nach dem sensationellen Olympiasieg der USA seine wertvollsten Erinnerungsstücke an - um mit dem Millionenerlös seine Familie finanziell abzusichern. Für 5,7 Millionen Dollar (knapp 5,2 Millionen Euro) stehen ab dem 1. August unter anderem Craigs Goldmedaille und sein Original-Trikot vom legendären Sieg gegen die Sowjetunion 1980 in Lake Placid zum Verkauf.

"35 Jahre lang waren diese Gegenstände in der Hall of Fame und in den Sportmuseen von Boston und New York ausgestellt", sagte der 58-jährige Craig bei ESPN.com: "Es war wichtig, sie den Menschen zu zeigen, weil es ein so großer Moment war. Aber nach dem 35. Jahrestag will ich verantwortungsvoll mit diesen Stücken umgehen, um die Hinterlassenschaft für meine Familie zu vergrößern und zu schützen."

Craig hat einen Sohn (26) und eine Tochter (24). Für ihn selbst sei es außerdem durchaus eine Erleichterung, die Stücke abzugeben. "Man denkt leider die ganze Zeit nur darüber nach, dass die Dinger gestohlen werden könnten", sagte Craig. Seine Frau wolle zudem "sicher nicht Bilder von Jim Craig im ganzen Haus sehen", fügte er augenzwinkernd hinzu.

Die Kollektion, die insgesamt 19 Erinnerungsstücke umfasst, bietet der Olympiasieger über das Auktionshaus Lelands an. Sie wird nicht versteigert und nicht einzeln verkauft, der Interessent muss den aufgerufenen Millionenpreis für alle Gegenstände zahlen. Auf diese Weise will Craig sicherstellen, dass die komplette Sammlung weiterhin ausgestellt werden kann.

Am 22. Februar 1980 hatte das "Wunder von Lake Placid" seinen Lauf genommen. Am ersten Spieltag der Finalrunde der Olympischen Spiele traf das US-Team, welches fast ausschließlich aus College-Spielern bestand, auf die vermeintlich übermächtige Sowjetunion.

Der damalige Klassenfeind hatte zuvor vier Olympiasiege in Serie eingefahren und war haushoher Favorit. Doch die USA gewannen sensationell mit 4:3 und sicherten sich durch einen 4:2-Erfolg gegen Finnland später den Olympiasieg. "Mit jedem Tag, der verging, wurde uns immer deutlicher, wie wichtig das war", sagte Craig über den sportlichen Erfolg mitten im Kalten Krieg.

Craig ist nicht der erste Held von Lake Placid, der seine Trophäensammlung anbietet. Findet sich jetzt ein Käufer, hat der 58-Jährige allerdings deutlich besseren Geschäftssinn bewiesen als einige seiner Teamkollegen. So verkaufte Center Mark Wells seine Goldmedaille für 40.000 Dollar an einen Privatmann, dieser stieß sie 2010 for 310.000 Dollar wieder ab. Sturmkollege Mark Pavelich bekam 2014 immerhin knapp 263.000 Dollar für seine Medaille. Siegtorschütze und Kapitän Mike Eruzione will das Edelmetall niemals abgeben, sein Trikot (657.250 Dollar) und sein Schläger (262.900 Dollar) wechselten 2013 allerdings bereits den Besitzer.

Den Rekord des bislang höchsten Preises für ein olympisches Original könnte Craig jedenfalls bald knacken. 2013 erwarb US-Milliardär Ron Burkle für 1,46 Millionen Dollar eine der Goldmedaillen, die Jesse Owens 1936 in Berlin gewonnen und der Nazipropaganda damit einige Probleme bereitet hatte. Craigs Siegermedaille wird vom Auktionshaus Lelands mit 1,5 Millionen Dollar bewertet.

(sid)

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