Auch Bundespräsident Rau bei den Spielen in Sydney: Olympia wird Treffpunkt der Prominenz
zuletzt aktualisiert: 10.08.2000 - 11:15Sydney (sid) Vielleicht trifft Bundespräsident Johannes Rau Königin Halaevalu Mata'aho aus Tonga. Oder Bill Gates plaudert mit König Salahuddin Abdul Aziz Shah über Investionsmöglichkeiten in Malaysia. Möglicherweise möchten Belgiens Kronprinz Philippe und seine schöne Frau Mathilde auch mit Chelsea Clinton über das schwere Leben als Tochter eines US-Präsidenten reden. Prinz Albert von Monaco erhält am 14. September gar die Chance, die Olympische Fackel zu tragen. All das wird für die Reichen und Mächtigen dieser Welt möglich, wenn sie in der Zeit der Olympischen Spiele nach Sydney einfliegen.
Der wichtigste Treffpunkt dürften die riesigen Zelte der 23 größten Olympia-Sponsoren im Olympic Park werden - jeder der Geldgeber will im Durchschnitt angeblich 40 Millionen Mark für die Bewirtung seiner Gäste ausgeben. 60 der weltweit wichtigsten VIP's werden nach bisherigen Informationen von Sicherheitschef Peter Ryan zu den Spielen in die Vier-Millionen-Stadt kommen, wobei sich diese Zahl erfahrungsgemäß durch kurzentschlossene Trips von Staatspräsidenten oder Ölbaronen erhöhen wird. "Die verhältnismäßig niedrige Zahl ist aus Gründen der Sicherheit eine gute Nachricht. Wir werden allen Gäste die höchstmögliche Sicherheit bieten, damit sie Olympia genießen können", sagt Ryan.
Jeder Prominente wird mit einer persönlichen Leibgarde aus einer auch für den Schutz der Athleten vorgesehenen Spezialeinheit versehen, da die persönlichen Sicherheitskräfte der Politiker und Prinzen keine eigenen Waffen nach Australien mitbringen dürfen. Deswegen sehen es die olympischen Sicherheitsexperten auch mit Erleichterung, dass US-Präsident Bill Clinton bisher nicht persönlich erscheinen und stattdessen seine Tochter Chelsea schicken will. Beim letzten Staatsbesuch in "Down under" wurde der mächtigste Mann der Welt von zwei Jumbo-Jets voller Sicherheits-Experten und Anti-Terror-Utensilien begleitet.
Doch auch ohne Clinton ist genug Prominenz für zünftige VIP-Feten in Sydney vor Ort. Die stärkste politische Delegation wird aus Deutschland mit Bundeskanzler Gerhard Schröder, Innenminister Otto Schily und eben Rau erwartet. Zumindest der Bundespräsident soll angeblich auf dem Kreuzfahrtschiff MS Deutschland nächtigen, was den Sicherheitsexperten zusätzliche Kopfschmerzen bereitet.
Abstecher nach Sydney
Zu den erwarteten etwa 20 Spitzenpolitikern aus aller Welt zählen der Schweizer Präsident Adolf Ogi, Ungarns Premierminister Viktor Orban, Finnland Präsident Tarja Halonen, Präsident Cassan Uteen von Mauritius und Präsident Father Sir John Ini Lapli sowie Premierminister Manasseh Sogavare von den Solomon-Inseln. Athen als Ausrichter der Olympischen Spiele 2004 wird voraussichtlich mit Präsident Costas Stephanopulus und Premierminister Costas Simitis vertreten sein. Neben einer Vielzahl von milliardenschweren Ölbaronen und Scheichs aus dem Mittleren Osten werden Wirtschaftsführer wie Gates oder Rupert Murdoch den Besuch beim kurz vor Olympia in Melbourne stattfindenden "World Trade Forum" zu einem Abstecher nach Sydney nutzen.
Viel länger ist die Liste der "Blaublüter", für die ein Olympiabesuch "en vogue" ist. Die kürzeste Anreise hat Königin Halaevalu Mata'aho, die von der nahegelegenen Südseeinsel Tonga mit ihrem Königsgatten Taufa'ahau einfliegt. Fast traditionell ist König Carl Gustaf von Schweden mit seiner deutschen Gattin Silvia vor Ort.
Dänemarks Königshaus wird durch Kronprinz Frederik, Prinz Joachim und Prinzessin Benedikte vertreten, während die Niederlande Kronprinz (und IOC-Mitglied) Willem Alexander entsenden. Aus dem Königshaus von Australiens "Mutterland" England wird nur die sportliche Prinzessin Anne erwartet - anstelle von Königin Elizabeth II soll der australische Generalgouverneur Sir William Deane die Olympischen Spiele eröffnen.
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