Vor 8000 begeisterten Landsleuten: Paarlauf: Zweiter Titel für russisches Paar
zuletzt aktualisiert: 16.03.2005 - 21:53Moskau (rpo) Was mit einem schrecklichen Sturz begann, endete am Mittwochabend mit einem goldenen Triumph: Rund fünf Monate nach einem schweren Wettkampfunfall haben Tatjana Totmianina und Maxim Marinin bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Moskau ihren Paarlauf-Titel erfolgreich verteidigt.
Vor 8000 begeisterten Landsleuten im Luschniki-Sportpalast siegten die beiden Russen mit dem neuen Europarekord von 198,49 Punkten vor ihren Landsleuten Maria Petrowa und Alexej Tichonow (188,21) sowie den Chinesen Dan und Hao Zhang (180,22).
Die "Sheherazade" von Rimski-Korsakow begleitete ein Kürprogramm, das fast makellos war und keine Zweifel über die wahren Sieger zuließ. Ein kleiner Wackler von Totmianina war der einziger kleine Patzer eines Vortrags wie aus einem Guss. Die alten und neuen Titelträger profitierten allerdings auch vom kurzfristigen verletzungsbedingten Rückzug der Ex-Weltmeister Xue Shen und Hongbo Zhao aus China.
Im Schatten der Medaillengewinner vollendeten Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy ein gemeinsames WM-Debüt, das als gelungen bezeichnet werden darf. Ein harmonisches Programm zur Filmmusik des Klassikers "Casablanca" beförderte die beiden Chemnitzer mit 169,02 Punkten noch vom achten auf den sechsten Platz. Den insgesamt guten Gesamteindruck vermochten auch zwei kleine Stolperer von Szolkowy nicht zu verwischen.
"Mir geht es einfach nur gut", sagte die Ukrainerin Sawtschenko, die aber mit ihrem Partner einen der zwei in Moskau errungenen Olympia-Startplätze selbst nur nutzen kann, wenn sie rechtzeitig vor Turin 2006 einen deutschen Pass erhält. Davon unabhängig war auch Trainer Ingo Steuer mit seinen Schützlingen zufrieden: "Sie haben bewiesen, dass sie vorne mit dazu gehören."
Ähnlich locker im wahrsten Sinne des Wortes hatte bereits am Nachmittag Annette Dytrt - auch dank einer spontanen Nackenmassage ihrer Trainerin Shanetta Folle - mit einer ansehnlichen Kür problemlos die Qualifikation überstanden. Die deutsche Meisterin belegte Rang 14 und gehört damit zu den 30 Teilnehmerinnen, die für das Kurzprogramm am Freitag (11.30 Uhr) zugelassen werden.
Top-Favoritin Michelle Kwan hingegen war die Enttäuschung des Tages. Mit viel zu wenig Tempo und einer hausbackenen Choreographie war die fünfmalige Weltmeisterin nur noch ein Schatten erfolgreicherer Tage und fand sich mit ihrer Bolero-Kür und 99,96 Punkten auf einem für die Kalifornierin indiskutablen siebten Platz wieder, der ihr kaum noch eine Medaillenchance lässt.
Lokalmatadorin Irina Slutskaja nutzte indes die Gunst der Stunde und erarbeitete sich mit 119,08 Punkten einen nicht zu unterschätzenden Vorsprung auf Sasha Cohen aus den USA (113,64) und die letztjährige Junioren-Weltmeisterin Miki Ando aus Japan (110, 64). "Ich war schrecklich, ich fühlte meine Beine kaum, ich weiß nicht, was ich getan habe", klagte Kwan, die in der russischen Hauptstadt erst ihren zweiten Wettbewerb in der fast beendeten Saison absolvierte.
Zum Musikthema "Spartacus" hatte die Münchnerin Dytrt zuvor im türkisfarbenen Kostüm sehr sicher begonnen, erst in der zweiten Hälfte des Programms nach einem Sturz beim dreifachen Rittberger schlichen sich bei der Münchnerin weitere kleinere Fehler ein. Mit insgesamt 89,98 Punkten war das Erreichen der nächsten Runde aber nie in Gefahr.
Die Welttitelkämpfe werden am Donnerstag (11.00 Uhr) mit dem Originaltanz der Eistänzer fortgesetzt. Am Abend (17.00 Uhr) werden die Medaillen in der Herren-Konkurrenz vergeben.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum











