In Abwesenheit des Italieners: Pantani in der Berufung freigesprochen
zuletzt aktualisiert: 23.10.2001 - 15:59Bologna (rpo). Marco Pantani wurde vom Vorwurf des "Sportbetruges" in zweiter Instanz freigesprochen. Der italienische Radprofi hatte gegen seine Verurteilung Berufung eingelegt.
Das Gericht widerrief damit in Abwesenheit Pantanis die im November 2000 in Forli ausgesprochene Strafe von drei Monaten Haft auf Bewährung.
Der 31 Jahre alte Tour-Sieger von 1998 sei nach Angaben von Oberstaatsanwalt Attilio Dardani 1995 zwar das die Ausdauerfähigkeit verbessernde Erythropoietin (EPO) nachgewiesen worden, dies sei aber nicht zu verurteilen, da es nach den damaligen Dopinggesetzen nicht strafbar und "das Vergehen rechtlich gesehen kein Delikt" gewesen sei. Gegen Pantani läuft noch ein weiteres Dopingverfahren, da er beim Giro d´Italia 1999 wegen zu hohen Hämakrotitwertes aus dem Rennen genommen wurde.
"Das Urteil ist logisch. Endlich haben die Richter anerkannt, dass Pantani für diesen Fall nicht bestraft werden kann", meinte dessen Anwalt Federico Cecconi. Zu der Tatsache, dass die Richter Pantanis Epo-Einnahme sogar bestätigt hatten statt ihn von diesem Vorwurf zu befreien, wollte Cecconi keine Angaben machen. Gegen Pantani läuft allerdings noch ein weiteres Dopingverfahren, da er beim Giro d´Italia 1999 wegen zu hohen Hämakrotitwertes aus dem Rennen genommen wurde.
Einnahme von Epo erst im Krankenhaus unterbrochen?
Beim ersten Urteil war Pantani als erster Sportler wegen der Einnahme von Dopingmitteln zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Die Anklage basierte auf den Vorfällen vom 18. Oktober 1995. Bei einer Operation in Folge eines schweren Sturzes beim Klassiker Mailand-Turin war bei Pantani ein enorm hoher Hämatokritwert (60,1 Prozent) festgestellt worden. Erlaubt ist ein Wert von 50.
Pantani, dessen neues Team Mercatone Uno nicht zur Tour 2001 eingeladen wurde, hatte bereits nach dem Urteilsspruch im Dezember 2000 angekündigt, er werde seine Unschuld beweisen, "auch wenn ich bis zur letzten Instanz gehen muss. Aber die seelischen Schmerzen, die mir dieses Land mit diesen ungerechtfertigten Anschuldigungen zugefügt hat, werde ich nie vergessen können."
Der behandelnde Arzt Massimo Cartesegna, der 1995 die Notaufnahme im Krankenhaus von Turin leitete, hatte während des dreimonatigen Prozesses damals den Verdacht geäußert, dass Pantani sogar noch während seines neuntägigen Aufenthalts im Krankenhaus Epo eingenommen haben könnte. Der erhöhte Hämatokritwert sei vier Tage nach der Einlieferung drastisch gesunken. Seiner Ansicht nach sei dies eine natürliche Reaktion darauf gewesen, dass die Einnahme von Epo unterbrochen worden sei.
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