Straßen-Radrennen: Paolo Bettini holt Gold, Zabel schrammt an Bronze vorbei
zuletzt aktualisiert: 14.08.2004 - 17:39Athen (rpo). Jan Ullrich hat seine Gold-Medaille von Sydney nicht verteidigen können: Paolo Bettini gewann das olympische Straßenradrennen in Athen und wird damit Nachfolge von Ullrich. Zabel schrammte knapp an einer Bronze-Madaille vorbei.
Jan Ullrichs Traum vom zweiten Olympia-Coup ist geplatzt. Im Straßenrennen von Athen verpasste der 30-Jährige beim Sieg des Italieners Paolo Bettini seine zweite Goldmedaille nach dem Triumph von Sydney und ging als 19. sogar komplett leer aus. Besser machte es Erik Zabel, dem auf Platz vier gerade mal vier Sekunden zur Medaille fehlten.
"Der Berg war für mich zu kurz, aber das ist halt so, mehr war nicht drin", sagte Ullrich im Ziel. Der T-Mobile-Kapitän will sich jetzt auf das Zeitfahren am Mittwoch konzentrieren: "Meine Form ist gut, die Strecke liegt mir. Die Hitze hier macht mir nichts aus."
Die Goldmedaille nahm Paolo Bettini in Empfang, der sich nach 224,4 km im Schlussspurt gegen seinen portugiesischen Mitausreißer Sergio Paulinho durchsetzte. Bronze ging an den Belgier Axel Merckx. "Der Stärkste hat gewonnen. Bettini war bei den Eintagesrennen während der gesamten Saison immer unter den Besten. Er verdient diesen Sieg", erkannte Zabel neidlos an.
Ullrich und Zabel hatten sich lange mit an der Spitze gehalten, bevor sie 20 km vor dem Ziel wie viele andere Mitfavoriten den Anschluss verpassten. Erst in der vorletzten Runde hatten sich Bettini und Paulinho aus der ersten Hauptgruppe um Ullrich und Co. abgesetzt und ihr Heil in der Flucht gesucht. Als die Gruppe der Favoriten nicht entschlossen nachsetzte, vergrößerte sich der Vorsprung des Duos innerhalb weniger Kilometer bis Mitte der Schlussrunde auf 50 Sekunden. Am Ende war der Portugiese im Sprint chancenlos.
Klöden gab auf
Auch für Andreas Klöden erfüllten sich vier Jahre nach seiner Bronzemedaille von Sydney die Hoffnungen auf erneutes olympisches Edelmetall nicht. Der Zweite der Tour de France stieg in der 11. von 17 Runden erschöpft vom Rad. "Andreas hat sich einige Zeit an der Spitze gezeigt und viel gearbeitet. Da fehlten dann einfach die Kräfte", erklärte Mario Kummer als sportlicher Leiter des deutschen Teams.
Die glühende Hitze in der Athener Altstadt hatte den deutschen Meister zusätzlich geschwächt. "Andreas hat über Wadenkrämpfe geklagt", sagte Teamarzt Lothar Heinrich. Klöden hatte mit seinem zweiten Platz bei der Frankreich-Rundfahrt vor drei Wochen den größten Erfolg seiner Karriere gefeiert.
In der viertletzten Runde war dann auch für Michael Rich aus Emmendingen Schluss. "Bis dahin hat er seine Arbeit gut gemacht", meinte Kummer. Der Zeitfahrspezialist vom Team Gerolsteiner will seine Chance am Mittwoch suchen, wenn er als zweiter Starter neben Ullrich mit Medaillenhoffnungen zum Kampf gegen die Uhr antritt.
Zahlreiche Alleingänge waren erfolglos
Auf dem welligen Rundkurs mit Pflastersteinpassagen und Kurven, die zu ständigen Tempowechseln führten, waren zahlreiche Alleingänge erfolglos geblieben. Ab der zweiten Runde hatte es der Schwede Magnus Backstedt auf eigene Faust versucht und fast vier Minuten Vorsprung herausgefahren.
Gesellschaft bekam der diesjährige Paris-Roubaix-Sieger nach der Hälfte des Rennens vom französischen Bergkönig Richard Virenque und Laszlo Bodrogi aus Ungarn. Nachdem der Ausreißversuch des Trios in der 11. Runde gestoppt worden war, musste anschließend auch eine sechsköpfige Spitzengruppe um Sprinter Robbie McEwen (Australien) vorzeitig die Segel streichen.
Die Medaillenträume von Weltmeister Igor Astarloa aus Spanien platzten bereits nach zwei der insgesamt 224,4 km. Der 28-Jährige stürzte kurz nach den Start und musste das Rennen verletzt aufgeben. Neben dem als Mitfavoriten gestarteten Astarloa schied auch der am Sturz beteiligte Niederländer Michael Boogerd aus. Beide Fahrer wurden ins Krankenhaus gebracht, konnten aber schon am Nachmittag ins olympische Dorf zurückkehren.
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