92. Tour de France: Pereiro gewinnt, Favoriten zusammen im Ziel
zuletzt aktualisiert: 19.07.2005 - 17:16Pau (rpo). Unbeeindruckt von den Attacken seines deutschen Rivalen Jan Ullrich steuert Lance Armstrong nach der letzten Pyrenäen-Etappe in souveräner Manier dem siebten Toursieg entgegen. Beim abschließenden Kräftemessen im Hochgebirge war der US-Star auf dem 180,5 km langen Teilstück von Mourenx nach Pau jederzeit Herr der Lage, Ullrichs Angriff auf die Podiumsplätze bleibt vorerst ohne Erfolg.
Den Tagessieg holte sich indes der Spanier Oscar Pereiro, den den Sprint einer vierköpfigen Ausreißergruppe vor seinem Landsmann Xabier Zandio und Eddy Mazzoleni (italien) gewann.
Ullrich, Armstrong und alle anderen Top-Fahrer erreichten 3:26 Minuten zurück in der dritten Verfolgergruppe das Ziel. Der T-Mobile-Kapitän liegt damit weiterhin 5:58 Minuten hinter dem "Leader" Armstrong auf dem vierten Platz. Zweiter und Dritter bleiben der Italiener Ivan Basso (2:46 Minuten zurück) und Michael Rasmussen aus Dänemark (3:09). Bester Gerolsteiner-Profi ist Levi Leipheimer (7:35) auf Rang sechs. Die T-Mobile-Profis Alexander Winokurow (9:38) und Andreas Klöden (12:01) liegen auf den Plätzen acht und elf.
Das T-Mobile-Team ließ am letzten Berg der Ehrenkategorie bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt nichts unversucht. So sorgten Ullrich, Winokurow und Klöden auf dem 16,5 Anstieg des 1709 m hohen Col d'Aubisque mit ständigen Attacken schnell für eine Selektierung der Spitzengruppe. "Ich werde auf jeder Etappe versuchen, Zeit gut zu machen. Ich kämpfe bis Paris", hatte Ullrich bereits vor der letzten Pyrenäen-Etappe angekündigt und seinen Worten auch Taten folgen lassen. Doch weder Armstrong, noch Basso oder Rasmussen ließen sich abschütteln.
Evans zunächst Erster
Als Erster überquerte der frühere T-Mobile-Profi Cadel Evans den Aubisque. Sein Vorsprung auf die Armstrong-Gruppe betrug auf dem Gipfel insgesamt 4:15 Minuten. Der Australier hatte sich dabei als bester Kletterer einer ursprünglich elfköpfigen Spitzengruppe gezeigt. Den Ausreißern, die zwischenzeitlich einen Vorsprung von knapp sechs Minuten herausgefahren hatten, gehörte auch zwischenzeitlich Jörg Ludewig an. Am Ende erreichte der Steinhagener in der ersten Verfolgergruppe das Ziel und wurde Siebter.
Auf der langen Abfahrt schlossen die beiden Spanier Pereiro und Zandio sowie Mazzoleni zu Evans wieder auf und drückten fortan mächtig auf das Tempo. Zwischenzeitlich musste Ullrich sogar um seinen vierten Platz im Gesamtklassement bangen, da Evans dem Toursieger von 1997 bedrohlich nah gekommen war.
Zuvor hatte ein Zwischenfall mit Andrej Kaschechkin für Aufregung gesorgt. Ein Zuschauer hatte den Kasachen mit einem Gegenstand im Gesicht touchiert. Kaschechkin musste sich anschließend mit blutiger Nase beim Tour-Arzt behandeln lassen. Nicht reibungslos verlief auch für Klöden und Daniel Becke (Erfurt) die 16. Etappe. Beide stürzten zu Beginn des Teilstücks, blieben jedoch unverletzt.
Nach der letzten Pyrenäen-Etappe startet das Peloton am Mittwoch in Richtung Zentralmassiv durch. Dabei steht mit dem Teilstück von Pau nach Revel über 239,5 km die längste Etappe der diesjährigen Tour auf dem Programm. Das Peloton überquert jeweils zwei Berge der dritten und vierten Kategorie.
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