Zülle weiter Gesamterster: Petacchi gewinnt die achte Etappe
zuletzt aktualisiert: 02.09.2000 - 20:08Port Aventura (dpa). Alessandro Petacchi hat die achte Etappe der 55. Spanien-Rundfahrt gewonnen. Der Italiener setzte sich auf dem 168,5 Kilometer langen Teilstück von Vinarez nach Port Aventura im Spurt vor seinen Landsleuten Biagio Conte, der später disqualifiziert wurde, und Giovanni Lombardi vom Team Telekom durch.
An der Spitze der Gesamtwertung änderte sich nichts: Der Schweizer Alex Zülle führt weiter mit 1:13 Minuten vor dem viertplatzierten Jan Ullrich, der in Spanien immer besser auf Touren kommt. Beide hielten sich im gefährlichen Schlusssprint zurück, zumal es kurz vor dem Ziel im Hauptfeld wieder einen Sturz, dem beide Favoriten entgingen, gegeben hatte.
Der 9. Etappe am (morgigen) Sonntag, ein Einzelzeitfahren in Tarragona bei Barcelona über 37,8 km, kommt vorentscheidende Bedeutung zu. "Die Strecke liegt sowohl Jan als auch Zülle. Wenn einer von beiden gewinnt, ist das sicher eine Art Vorentscheidung für die gesamte Vuelta zu Gunsten des Siegers vom Sonntag", sagte Telekom-Teamchef Rudy Pevenage.
Wenn Ullrich, der sich in den letzten Tagen vom sechsten auf den vierten Rang vorgearbeitet hat, gewinnt oder sogar die Führung in der Gesamtwertung übernimmt, könnte der Vorjahressieger auf den Pyrenäen- Etappen in der kommenden Woche den Gesamtsieg klar machen.
Auch am Samstag war die Strecke der Vuelta ein sehr gefährliches Plaster. Vor dem Sturz am Schluss war der Spanier Unai Etxebarria schwer gestürzt und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Der am Vortag zu Fall gekommene Franzose Bruno Thibout habe nach Meldungen der spanischen Zeitung "El Pais" einen Schädelbruch und einen Gedächtnisverlust erlitten. Er schwebe aber nicht in Lebensgefahr. Thibout wurde am (gestrigen) Freitag von einem Begleitfahrzeug angefahren.
Weltmeister Oscar Freire (Spanien), zweifacher Etappengewinner, stieg auf der 8. Etappe aus. Das gleiche Schicksal ereilte den Bergspezialisten Jose Maria Jimenez, einen Team-Kollegen von Zülle. Der Spanier, der vor zwei Jahren bei der Vuelta vier Bergetappen gewann und danach eigentlich nie mehr die geweckten Erwartungen erfüllte, war nach einem Motorradunfall zehn Tage vor dem Start angeschlagen in die diesjährige Spanien-Rundfahrt gegangen.
An seine Stelle als Publikumsliebling war am vergangenen Mittwoch sein Namensvetter Eladio Jimenez getreten, der seinen ersten Profisieg gefeiert hatte.
Am Morgen vor dem Start mussten sich Mitglieder von fünf Teams - Telekom war nicht dabei - einer Blut-Kontrolle unterziehen. Kein Befund wies Auffälligkeiten auf, alle kontrollierten Fahrer konnten starten.
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